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28.01.2010

14:36 Uhr

Russland

Deutschland spielt nur die dritte Geige

VonGerit Schulze (gtai)

Russlands Abhängigkeit vom Ölpreis lässt sich nahezu eins zu eins an den Außenhandelsdaten ablesen - der Umsatz ist 2009 fast um die Hälfte gesunken. Das bekommt auch die deutsche Wirtschaft zu spüren. Maschinenlieferungen aus Deutschland sind um mehr als 40 Prozent eingebrochen.

Im vergangenen Jahr importierte Russland deutlich weniger deutsche Ware. Landtechnikimporte brachen um 63 Prozent ein. Reuters

Im vergangenen Jahr importierte Russland deutlich weniger deutsche Ware. Landtechnikimporte brachen um 63 Prozent ein.

MOSKAU. Russlands Außenhandelsumsatz ist 2009 fast um die Hälfte geschrumpft. Der Rückgang betrifft sowohl die Importe als auch die Exporte. Allerdings schwächten sich die Rückgänge zum Jahresende etwas ab.

Für 2010 rechnet die Regierung mit einem deutlichen Wachstum des Außenhandels. Erleichterter Zugang zu Investitionskrediten, ein stärkerer Rubel und das insgesamt freundlichere Wirtschaftsklima werden dafür sorgen, dass Russland auch wieder mehr Waren in Deutschland kauft.

Russlands Abhängigkeit vom Ölpreis lässt sich nahezu eins zu eins an den Außenhandelsdaten ablesen. Kostete das Barrel in den ersten drei Quartalen 2008 noch durchschnittlich 100 Dollar, so fiel der Preis im gleichen Zeitraum 2009 auf 51 Dollar. Das entsprach einem Rückgang um 49 Prozent. Russlands Außenhandelsumsatz ist laut Zollstatistik von Januar bis Oktober 2009 um 42 Prozent geschrumpft. Als Folge hat sich auch der Handelsüberschuss fast halbiert auf 105 Milliarden Dollar (Januar bis Oktober 2008: 183 Milliarden Dollar).

Besonders die geringeren Erlöse für Öl und die gesunkene Auslandsnachfrage nach Erdgas haben ins Kontor geschlagen. Mengenmäßig konnte Moskau in den ersten drei Quartalen 2009 zwar sogar mehr Erdöl exportieren als im Vergleichszeitraum 2008 (184 Millionen Tonnen gegenüber 182 Millionen Tonnen). Allerdings lagen die Einnahmen dafür nur noch bei 69 Milliarden Dollar. Das waren rund 64 Milliarden Dollar weniger als ein Jahr zuvor.

Dieses Geld fehlt in den Kassen des Staates und der Unternehmen ebenso wie die ausgefallenen Einnahmen aufgrund der gesunkenen Exporterlöse bei Erdgas. Hier hat sich das Ausfuhrvolumen bis September 2009 um knapp ein Drittel auf 109 Milliarden Kubikmeter verringert. Mit 28 Milliarden Dollar konnten die Gaskonzerne im Ausland nur noch halb so viel Geld verdienen wie in den ersten drei Quartalen 2008.

Kommentare (1)

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Zophopas

29.01.2010, 15:47 Uhr

Es wird Zeit, dass die Welt unabhängig wird von Erdöl und anderen fossilen Energien. Diese Entwicklung zum Ölmonopl hat ihren Höhepunkt schon längst überschritten. Es wird Zeit, einen anderen Weg einzuschlagen. Erneuerbare Energien, nachhaltiges Wirtschaften, umweltschonendens Leben und Menschlichkeit, das sind die Dinge, die heute zählen sollten.

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