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05.03.2004

12:09 Uhr

Scharfe Kritik an der Ausbildungsabgabe

Handwerk erwartet Stellenabbau

Die prognostizierte Konjunkturerholung in Deutschland kann den Beschäftigungsabbau im Handwerk voraussichtlich nicht stoppen.

HB DÜSSELDORF. Angesichts von weiteren Umsatzrückgängen um 1 bis 2 % in diesem Jahr fielen voraussichtlich nochmals 100 000 bis 150 000 Arbeitsplätze weg, sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Dieter Philipp, anlässlich der seit Donnerstag in München stattfindenden Internationalen Handwerksmesse (IHM).

„Das Wirtschaftswachstum wird nicht ausreichen, um das Minus, das wir im Handwerk schreiben, in ein Plus zu überführen.“ Das stark binnenmarktorientierte Handwerk könne nicht wie andere Branchen von Exporten profitieren.

Scharfe Kritik übte Philipp an der von der rot-grünen Bundesregierung geplanten Ausbildungsabgabe. Damit werde das duale Ausbildungssystem in Deutschland gefährdet. Betriebe, die sich ihrer Verantwortung für den Nachwuchs entziehen wollten, könnten sich freikaufen.

Eine persönliche Verantwortung für die Pleite des Internetportals www.handwerk.de wies der ZDH-Präsident von sich. „Natürlich gibt es in einer solchen Kette Fehleinschätzungen, die kann es schon gegeben haben, als wir beschlossen haben, das machen wir“, sagte Philipp mit Blick auf die Gründung des Portals im Jahr 2000. Diese Entscheidung, aber auch nachfolgende Finanzierungsbeschlüsse seien einstimmig oder mit wenigen Gegenstimmen beziehungsweise Enthaltungen getroffen worden.

„Es war ein Projekt, das gut sein sollte für unsere Mitglieder.“ Angesichts der Probleme in der Internet-Branche seien die Absatzmöglichkeiten aber hinter den Investitionen und Kosten zurückgeblieben. Nach millionenschweren Außenständen hatte die Betreibergesellschaft von www.handwerk.de Ende Januar Insolvenz beantragt.

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