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05.01.2007

12:52 Uhr

Schienennetz und Energieversorgung

Slowenien investiert zweistelligen Milliardenbetrag

VonTorsten Pauly (bfai)

Slowenien will in den nächsten Jahren 23,9 Mrd. Euro investieren. Dies geht aus einem Regierungsplan hervor, der von 2007 bis 2023 läuft. Im Vordergrund stehen das Schienennetz, die Energieversorgung und neue Wirtschaftszentren. Fast alle Vorhaben enthalten eine Public Private Partnership (PPP)-Komponente.

LJUBLJANA. Private Partner sollen mit 14,7 Mrd. Euro (61,6%) den Großteil der Investitionen aufbringen. Aus dem Staatshaushalt sollen 7,4 Mrd. Euro (30,9%) fließen, dazu rechnet die Regierung mit EU-Geldern in Höhe von 1,8 Mrd. Euro (7,5%). Nur das Gesundheitswesen wird von PPP-Konzepten ausgenommen. Die Regierung hofft, mit den Vorhaben schon bis 2013 die Kaufkraft um 6,8% zu erhöhen und 50.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Investitionsplan ist auf Slowenisch bei der Regierungsstelle für Entwicklung erhältlich.

Den größten Posten nehmen die Investitionen in das Schienennetz ein: Knapp 8,9 Mrd. Euro fließen zwischen 2008 und 2020 vor allem in Trassenüberholungen, die Verlegung zweiter Gleise und Elektrifizierungen. Die Spitzengeschwindigkeit soll auf 160 km/h gesteigert und die Achsenlast erhöht werden. Ende 2005 waren nur 40% des Schienennetzes elektrifiziert und 29% zweispurig. Noch ist auch die Trasse zum expandierenden Hafen Koper ab Divaca eingleisig, was die mittelfristige Entwicklung dieses Hafens einzuschränken droht.

Von den 8,9 Mrd. Euro sind 7,4 Mrd. Euro für den Ausbau des paneuropäischen Bahnkorridors V bestimmt. Dieser verläuft von Südwesten in Richtung Nordosten vom Hafen Koper beziehungsweise der italienischen Grenze bei Triest zur ungarischen Grenze bei Hodos. Im Osten stehen unter anderem Elektrifizierungen an. Die restlichen 1,5 Mrd. Euro sollen in den Korridor X fließen, der vom Karawankentunnel im Norden zur kroatischen Grenze bei Zagreb führt. Beide Trassen verlaufen zwischen Ljubljana und dem östlich gelegenen Zidani most parallel.

Die zweithöchste Förderung erhält der Energiesektor. Für den neuen Reaktor im Atomkraftwerk Krsko sind 2 Mrd. Euro veranschlagt. Das ganze Projekt ist auf PPP-Basis konzipiert. Etwa 600 Mill. Euro soll der neue Block im Wärmekraftwerk Sostanj kosten. Weitere 350 Mill. Euro sind vorgesehen für das Wasserkraftwerk an der Save und 168 Mill. Euro für das Pumpkraftwerk Kozjak bei Maribor. Hier gibt es Überlegungen, die Leichtmetallindustrie und insbesondere Aluminiumverarbeiter zu fördern. In erneuerbare Energien sollen 3,9 Mrd. Euro fließen, in Gasspeicheranlagen 69 Mill. Euro und in die Modernisierung der Stromverteilung 103 Mill. Euro.

Knapp 1,4 Mrd. Euro sind für den weiteren Ausbau der Autobahnen bis 2020 vorgesehen, über 1,4 Mrd. Euro für Schnellstraßen. Hier ist insbesondere die neue Nord-Süd-Achse ein strategisches Entwicklungsziel der Regierung. Die Strecke soll von der österreichischen Grenze bei Koroska über die Städte Celje und Novo Mesto gen kroatischer Grenze verlaufen. Von dort ist es nicht weit zum Autobahnkreuz Bosiljevo mit Anschluss nach Rijeka, Split und Zagreb.

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