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07.01.2011

08:56 Uhr

Schmitz Cargobull

Mit der Geduld eines Dickhäuters

VonMark Christian Schneider

ExklusivIn der Krise musste das Unternehmen 2 000 Stellen abbauen und auf Kurzarbeit setzen. Doch nach schweren Jahren und erfolgter Sanierung kann sich Europas Marktführer für LKW-Auflieger, Schmitz Cargobull, nun langsam berappeln. Die Westfalen peilen wieder Wachstum an.

Marktführer Schmitz Cargobull blickt nach durchstandener Krise besseren Zeiten entgegen.

Marktführer Schmitz Cargobull blickt nach durchstandener Krise besseren Zeiten entgegen.

ALTENBERGE. Nur mit Mühe konnte Ulrich Schümer, Chef von Schmitz Cargobull, einen Totalschaden vermeiden. Der Absatz von Europas Nummer eins für Lkw-Auflieger, sogenannte Trailer, war in der Krise radikal eingebrochen. Im vergangenen Geschäftsjahr verließen pro Woche maximal acht Trailer das Stammwerk Altenberge bei Münster. Zu normalen Zeiten ist das weniger als eine Tagesproduktion. Die Folge: Schümer musste 2 000 Stellen abbauen, weitere gut 400 Stellen standen zur Disposition. Kurzarbeit war unumgänglich. Die Investitionen strich der Chef auf ein Fünftel zusammen.

Jetzt geht es wieder aufwärts, langsamer als in der Autobranche und bei den Lkw-Herstellern, aber spürbar. Nach bestandenem Härtetest peilt die Führungsmannschaft des westfälischen Familienunternehmens neues Wachstum an.

Der gerade gefasste Plan für die nächsten drei Jahre sieht deutliche Zuwächse vor. "Wir sehen erheblichen Nachholbedarf bei unseren Kunden", sagte Schmitz-Cargobull-Chef Schümer dem Handelsblatt. Im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr rechnet er mit einem Absatz von mehr als 35 000 Fahrzeugen.

Der Umsatz soll von zuletzt 666 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2009/2010 wieder auf rund 1,2 Milliarden Euro ansteigen. Im Rekordjahr 2007/2008 hatte er bei 2,1 Milliarden Euro gelegen. Als Ergebnis vor Steuern erwartet Schümer 20 Millionen Euro. Das entspricht einer mageren Umsatzrendite von weniger als zwei Prozent. In guten Jahren waren es mehr als sieben Prozent. Nach einem Verlust von zuletzt 84 Millionen Euro ist die Trendwende aber ein Signal der Hoffnung. Auch die Produktion normalisiert sich: Pro Woche verlassen wieder fast 400 Fahrzeuge das Stammwerk in Altenberge. Zusätzliche Entlassungen sind vom Tisch, die Kurzarbeit hat Schümer beendet. Schmitz Cargobull stellt nach dem Abbau in der Krise auf gut 3 200 Mitarbeiter wieder ein, derzeit verzeichnet die Gruppe rund 4 000 Beschäftigte.

Die Kunden der Westfalen mit dem brüllendem Elefanten als Signet sind vorwiegend Spediteure, die ihre Sattelschlepper von Daimler über MAN bis Volvo mit Anhängern aus Westfalen ausstatten. Jeder vierte von zehn verkauften Trailern in Europa stammt von Schmitz Cargobull. Doch während der Krise fuhren die selbst arg gebeutelten Transporteure ihre Bestellungen drastisch herunter.

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