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15.04.2016

14:50 Uhr

Scholz

Finanzinvestor KKR will bei Schrottverwerter einsteigen

Der enorme Preisdruck auf dem Stahlmarkt macht Scholz zu schaffen. Der schwäbische Schrottverwerter ist einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Ein US-Finanzinvestor könnte nun zum Retter werden.

Als die Metall- und Schrottpreise sanken, wurde die Scholz AG zum Sanierungsfall. dpa

Altauto-Aufbereitung

Als die Metall- und Schrottpreise sanken, wurde die Scholz AG zum Sanierungsfall.

FrankfurtDer angeschlagene Schrottverwerter Scholz hat offenbar einen Retter gefunden. Der US-Finanzinvestor KKR will sich – zunächst über einen Kreditfonds – an dem Metall-Recycler aus dem schwäbischen Essingen bei Aalen beteiligen, wie Scholz am Freitag mitteilte. KKR und einige Altgläubiger wollten Scholz „in substanziellen Umfang langfristiges Kapital zuführen“. Mit dem Investor liefen exklusive Verhandlungen über eine umfassende Rekapitalisierung. Im Gegenzug sollen die Gläubiger von Scholz auf die Rückzahlung eines erheblichen Teils ihrer Kredite und Anleihen verzichten. Scholz ist mit gut einer Milliarde Euro verschuldet. Mehrere Banken hatten ihre Darlehen an Hedgefonds weiterverkauft.

Am Ende dürfte KKR auch zum Miteigentümer von Scholz werden. Derzeit werden die Anteile der Familie Scholz und der 2013 mit 39,9 Prozent eingestiegenen japanischen Toyota Tsusho bei einem Treuhänder verwaltet. Die Japaner wollen aussteigen. Die Familie wolle aber auch nach der Sanierung ein bedeutender Anteilseigner bleiben, sagten zwei Insider.

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Scholz ist einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Das Unternehmen mit 5800 Mitarbeitern leidet unter dem enormen Preisdruck auf dem Schrott- und Stahlmarkt. Der 2013 begonnene Umbau habe große Fortschritte gemacht, sagte Geschäftsführer Oliver Scholz. Im ersten Halbjahr 2015 war die Gesamtleistung um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro eingebrochen, Scholz schrieb 14,4 Millionen Euro Verlust. Die Finanzierung für 2016 hatten die Banken mit einem Überbrückungskredit von 50 Millionen Euro gesichert.

Auch in Österreich wird die Sanierung aufmerksam begleitet. Dort hatte Scholz eine 182,5 Millionen Euro schwere, mit 8,5 Prozent verzinste Anleihe begeben. Die Interessen der Gläubiger dort vertritt ein Kurator. Der Insolvenzantrag eines Gläubigers der Anleihe wurde laut Scholz vom Amtsgericht Aalen abgewiesen.

Von

rtr

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