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21.06.2017

16:47 Uhr

Sennheiser

Mit 3D-Klang in die Zukunft

VonKatrin Terpitz

Audiospezialist Sennheiser konzentriert sich stärker auf moderne Soundsysteme für jedermann. Weil sich das Familienunternehmen von unprofitablem Geschäft getrennt hat, sank der Umsatz. Der Gewinn legte aber kräftig zu.

Das Smart Headset Ambeo von Sennheiser verspricht dreidimensionalen Klang. Sennheiser

Virtuelle Realität für die Ohren

Das Smart Headset Ambeo von Sennheiser verspricht dreidimensionalen Klang.

DüsseldorfStereo oder Dolby Surround? Schnee von gestern. Wahre Audiofreaks hören in 3D. In der Zentrale von Sennheiser in Wedemark bei Hannover lässt sich schon einmal hineinlauschen in die Klangwelt der Zukunft. Ob Rockfestival oder Orchesterkonzert – der Zuhörer denkt, er ist live dabei. Wechselt er seine Position im Raum, so kommen bestimmte Instrumente oder das Johlen des Publikums näher. Virtuelle Realität für die Ohren sozusagen.

„3D-Audioformate werden das große Zukunftsthema der Audiobranche sein – ob bei der Aufnahme, der Produktion oder der Wiedergabe“, betont Daniel Sennheiser, der mit seinem Bruder Andreas den Audiospezialisten in dritter Generation leitet. Mit dem Ambeo Smart Headset, das in Kürze auf den Markt kommt, soll 3D-Audio auch für jedermann erlebbar werden. „Am Ende geht es darum, Audioerlebnisse zu ermöglichen, die so real sind, dass man den Unterschied zwischen Realität und Reproduktion nicht mehr feststellen kann“, sagt Andreas Sennheiser.

Daniel und Andreas Sennheiser: „Unser Kopfhörer hat viele Künstler zu Tränen gerührt“

Daniel und Andreas Sennheiser

Premium „Unser Kopfhörer hat viele Künstler zu Tränen gerührt“

Gemeinsam leiten die Brüder Daniel und Andreas Sennheiser den gleichnamigen Mikrofon- und Kopfhörerhersteller. Im Interview sprechen sie über virtuelle Klänge, Facebook in Stereo und den Spaß am Unternehmertum.

Das Familienunternehmen ist einer der weltweit führenden Hersteller von Kopfhörern, Mikrofonen und drahtloser Übertragungstechnik. Weltweit beschäftigt Sennheiser rund 2800 Mitarbeiter, etwa die Hälfte davon in Deutschland.

Künftig will sich der Audiospezialist verstärkt auf den Bereich Consumer Electronics konzentrieren. Bisher wurde etwa die Hälfte des Geschäfts mit professioneller Ausrüstung gemacht. Doch den schlecht laufenden Geschäftsbereich Aviation (zum Beispiel Kopfhörer für Piloten) hat Sennheiser im vergangenen Jahr geschlossen. Die Entscheidung war bereits Ende 2015 gefallen.

Infolgedessen sank der Umsatz 2016 erstmals nach zwei Rekordjahren. Er ging um 3,8 Prozent auf 658,4 Millionen Euro leicht zurück. Ein weiterer Grund für den Rückgang: Sennheiser trennte sich von ausgewählten Drittmarken bei Profi-Systemen. Und in Japan lief die staatliche Förderung für die Umrüstung von drahtlosen Mikrofonsystemen aus. Insgesamt schrumpfte der Umsatz im Profi-Bereich um 9,1 Prozent auf 316,3 Millionen Euro.

Audiosysteme für Endverbraucher sind nun das stärkste Standbein von Sennheiser. Hier stieg der Umsatz auf 342,1 Millionen Euro, ein leichtes Plus von 1,7 Prozent zum Vorjahr.

Trotz des Umsatzrückgangs konnte Sennheiser seine Ertragskraft deutlich steigern: Der Gewinn vor Steuern legte im Geschäftsjahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Millionen auf 34,9 Millionen Euro zu.

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