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13.01.2015

12:49 Uhr

Sparkassen-Studie zum Mittelstand

Das Investitionsfeuerwerk lässt auf sich warten

VonLisa Hegemann

Die mittelständischen Unternehmen halten sich mit Expansionsplänen zurück – auch wegen der weltweiten Krisen. Zwar stärkt dies die Eigenkapitalquoten, doch der Sparkassenverband fürchtet auf lange Sicht Nachteile.

Mittelständische Unternehmen warten mit ihren Expansionsplänen derzeit ab. Stattdessen stärken die Firmen ihre Eigenkapitalquoten. dpa

Mittelständische Unternehmen warten mit ihren Expansionsplänen derzeit ab. Stattdessen stärken die Firmen ihre Eigenkapitalquoten.

DüsseldorfWegen der weltweiten Krisen hält sich der deutsche Mittelstand mit großen Investitionen zurück. Nur noch 19,7 Prozent der Unternehmen planten im Jahr 2013, in den folgenden zwölf Monaten Geld in ihre Expansion zu stecken – der niedrigste Stand seit dem Jahr 2010. Im Vorjahr wollten sich noch 27,5 Prozent der mittelständischen Betriebe vergrößern. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Diagnose Mittelstand“ des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Für die Studie wertete der Verband rund 250.000 Unternehmensbilanzen aus.

„Wir müssen erkennen, dass sich der Investitionsstau bei den Unternehmen bislang nicht aufgelöst hat“, sagte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon bei der Vorstellung der Ergebnisse. In den Unternehmen herrsche „erhebliche Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung“. Der DSGV-Chef befürchtet, dass die Mittelständler durch die fehlenden Investitionen „ins Hintertreffen“ geraten könnten.

Die Entwicklung zeigt sich auch in der Erfahrung der Sparkassen. Deren Mitarbeiter gaben an, dass die mittelständischen Kunden fast 46 Prozent weniger Investitionsmittel abgerufen hätten als im Vorjahr.

Dafür spricht auch an die Eigenkapitalquote. Den Ergebnissen der DSGV-Studie zufolge hat diese mit einem Durchschnittswert von 22,3 Prozent einen neuen Rekordwert im Mittelstand erreicht. Zum Vergleich: Im Vorjahr 2012 lag die Quote mit 19,7 Prozent noch deutlich niedriger.

Die Studie gibt auch Einblick in die Umsatzrentabilität der Unternehmen. Demnach hat sich die Ertragslage von 7,4 auf 6,4 Prozent deutlich eingetrübt. Als Grund dafür macht der DSGV die schwache Wirtschaftsentwicklung und die steigenden Kosten aus. Fahrenschon spricht allerdings von einem „immer noch befriedigenden Niveau“.

Da der Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren gute Daten vorweisen konnte, schlägt sich dies in den Bilanzen der mittelständischen Unternehmen nieder: Die Personalkosten stiegen 2013 um 1,2 auf 19,2 Prozent. Die Folgen des Mindestlohns könnten dieses Niveau in den folgenden Jahren nach Einschätzung des Sparkassenverbands sogar noch einmal steigen lassen. Noch gebe es keinen Anlass, „eine wachstumshemmende Dynamik der Arbeitskosten zu befürchten“, so Fahrenschon. Für einzelne Branchen könne dies aber anders aussehen.

Für das laufende Jahr erwarten die Sparkassen – besonders wegen des sinkenden Ölpreises und des schwachen Euros – derzeit ein Wachstum von bis zu 1,5 Prozent. Beides wirke für die Unternehmen wie ein „Sonderkonjunkturprogramm“.

Kommentare (3)

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13.01.2015, 13:33 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Frau Ellis Müller

13.01.2015, 14:31 Uhr

Ein Grund liegt auch in der Niedrigstlohnpolitik. Wozu investieren, wenn die menschliche Arbeitskraft billiger ist? Auch ein Mindestlohn von 8,50€ wird an dieser tatsache nichts änden. Ich kenne einige Business Cases, bei denen sich herausstellte, daß die Zeitarbeiter immer noch billiger sind, als die Investition in Software und Maschinen.

Herr Peter Noack

13.01.2015, 15:23 Uhr

Trotz Rohstoffpreiskonjunktur und exquisiten Exportchancen durch den niedrigen Euro investieren die Mittelständler laut Umfrage weniger als in den Vorjahren. So sollen es die Zahlen ausdrücken. Warum das so ist, bleibt ungeklärt. Das wäre aber die entscheidende Frage. Wer oder was ist hier Henne oder Ei?Soll erst die Nachfrage steigen, oder will sich gesteigertes Angebot eine Nachfrage schaffen? Die Zeit wird es bringen. Das kann auch 2016 erst sein. Vielleicht müssen noch andere Anreize zur Wirkung gebracht werden, z. B. Sonderabschreibungen und Abwrackprämien. Steuersenkungen werden jetzt debattiert, um sie als Anreiz für Konsum bzw. Investitionen zu nutzen. Wir erleben gerade ein spannendes Jahr, das auch manche Erwartungen enttäuschen wird.

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