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02.12.2011

16:17 Uhr

Spielwaren

Lego entdeckt das Kind im Manne

Nur für Kinder? Längst nicht mehr: Für den Spielzeughersteller Lego sind die Erwachsenen zu einer wichtigen Kundengruppe geworden. Die neue Zielgruppe könnte helfen den Marktanteil auszubauen.

Der berühmte  Bulli Camper aus Lego-Steinen. Lego

Der berühmte Bulli Camper aus Lego-Steinen.

BillundDie Augen leuchten, als Dirk Enghausen, Europa-Chef des dänischen Spielwarenriesen Lego, eine der neuesten Schöpfungen des Konzerns zeigt: Der rote VW-Campingbus T1 aus dem Jahre 1962 macht sich gut auf dem Tisch in der Konzernzentrale im idyllischen Billund in Südjütland. Knapp 100 Euro kostet der Kultwagen, der aus genau 1322 Teilen besteht. Und damit ist schon klar, dass Lego vor allem an große Kinder denkt. An die ganz Großen. "Viele Frauen haben uns geschrieben und sich bedankt, dass sie nun endlich ein schönes Geschenk für ihren Mann haben", lacht Enghausen.

Tatsächlich hat der dänische Spielwarenriese das Kind im Mann entdeckt. "Unsere Technik-Produkte gab es schon seit langem, aber es war wohl der falsche Zeitpunkt", glaubt der Europa-Chef von Lego. Doch jetzt scheint die Zeit reif. Lego hat in kurzer Folge neben dem VW-Bulli einen Unimog mit über 2000 Teilen und pneumatisch betriebenem Kran sowie zahlreiche andere Technik-Produkte erfolgreich auf den Markt gebracht. Allein vom 190 Euro teuren Unimog verkaufte der Konzern in Deutschland bislang rund 60 000 Exemplare. Und in aller Regel, weiß Enghausen, sind es Männer in den besten Jahren, die plötzlich für mehrere Tage in ihrem Arbeitszimmer verschwinden und mit den vielen kleinen Kunststoffteilchen kämpfen.
Die durchschnittliche Aufbauzeit des Modells beträgt zwölf bis 15 Stunden. Der für die Technik-Reihe verantwortliche Designer Markus Kossmann, der zusammen mit seinem 15-köpfigen Team 14 Monate mit der Entwicklung des Unimogs beschäftigt war, schafft es allerdings in vier Stunden, wie er stolz erklärt.

Für Lego sind die Erwachsenen zu einer neuen, wichtigen Kundengruppe geworden. Neben diversen Fahrzeugen bietet der in Familienbesitz befindliche Konzern auch komplexe Bauwerke wie das Brandenburger Tor oder das Empire State Building für die großen Kinder an. "Diese Produkte haben vermutlich die Modelleisenbahn ersetzt", glaubt Enghausen.

Kommentare (1)

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caulius

14.12.2011, 23:41 Uhr

Gerade in der Generation ab 30 ist Lego gerade wieder sehr im Kommen. Das merke ich auch bei dem steigenden Abruf meiner Videos über Legosets für Erwachsene (www.klemmbausteinlyrik.de). Gerade die Infos zum Unimog wurden inzwischen fast 20.000 mal abgerufen.

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