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23.10.2011

09:21 Uhr

Spielwaren

Playmobil produziert Milliarden Figuren auf Malta

VonJoachim Hofer

Die größte deutsche Spielwarenmarke stellt seine Männchen seit 40 Jahren auf Malta her - bis jetzt 2,4 Milliarden. Die fleißigen Maschinen spucken ununterbrochen Einzelteile aus, die in die ganze Welt verschickt werden.

6500 Varianten aus dem Playmobil-Sortiment werden im Werk auf Malta hergestellt. obs

6500 Varianten aus dem Playmobil-Sortiment werden im Werk auf Malta hergestellt.

MünchenAlle 20 Sekunden fallen 32 Köpfe aus der Spritzgussmaschine. Ein paar Meter daneben speit ein Automat ununterbrochen Arme, schräg gegenüber fliegen ohne Ende Beine in eine Kiste. Tag und Nacht rattern die Bänder im Playmobil-Werk auf Malta, und das schon seit Anfang der 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts.2,4 Milliarden bunte Plastikfiguren der größten deutschen Spielwarenmarke sind seit dieser Zeit entstanden. Jedes Jahr kommen 100 Millionen dazu.

Eine der größten Erfolgsgeschichten in der deutschen Spielwarenbranche wäre ohne das zu seiner Zeit ungewöhnliche Investment von Eigentümer Horst Brandstätter auf der Mittelmeerinsel nicht denkbar. Denn der knorrige Unternehmer wollte nie nach China gehen, um dort wie der Rest der Industrie billig zu fertigen. Zu weit weg war Brandstätter der Ferne Osten, zu sehr sorgte er sich um die Qualität. Statt sich auf Lieferanten zu verlassen, zieht der Unternehmer bis heute die eigene Fertigung vor.

Um die Kosten dennoch im Griff zu behalten, investierte der heute 78-Jährige 1971 lieber am äußersten Rand von Europa. In Malta steht inzwischen eine der fortschrittlichsten Spielwarenfabriken der Welt. Die meisten Kleinteile und sämtliche Figuren der Plastikwelten von Playmobil stammen aus dem Werk in Hal Far. Die Dimensionen sind beeindruckend: Mehrere Hundert Spritzgussmaschinen spucken ununterbrochen Millionen Einzelteile aus, die anschließend bedruckt, dann zusammengesetzt und verpackt werden.

„In den Sommermonaten ist am meisten los“, sagt Matthias Fauser, der für die Fertigung verantwortliche Manager. „Da produzieren wir für die Weihnachtszeit.“
Mit einem Umsatz von 559 Millionen Euro gehört Brandstätters Unternehmensgruppe in der zersplitterten Spielwarenbranche zu den größten Anbietern. Seit Jahren wächst die Marke, 2010 ging es um acht Prozent nach oben, auch für dieses Jahr ist ein Plus eingeplant.

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