Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2008

11:50 Uhr

Standortumbau

Gothaer setzt verstärkt auf den Mittelstand

VonMonika Lier

Großer Umbau beim Kölner Versicherer: Zwei Niederlassungen sollen geschlossen werden, über 1 000 Mitarbeiter an andere Standorte versetzt werden. Grund für die Maßnahmen ist ein Strategiewechsel der Gothaer: Der Mittelstand rückt weiter in den Fokus.

Zwei Niederlassungen will der Versicherer schließen. Foto: dpa. dpa

Zwei Niederlassungen will der Versicherer schließen. Foto: dpa.

KÖLN. Die Versicherungsgruppe Gothaer baut ihr Geschäft mit Firmen- und Industriekunden um. Von dem Umbau sind rund 1 000 Mitarbeiter betroffen; Entlassungen soll es aber keine geben. „Allen Betroffenen wird ein Weiterbeschäftigungsangebot für einen anderen Standort unterbreitet“, sagte der für das Firmenkundengeschäft zuständige Vorstand Thomas Leicht.

„Wir bauen das ganze Geschäft um. Da ist viel in Bewegung.“ Die Gothaer erhofft sich von den Maßnahmen, die 2009 umgesetzt werden sollen, Einsparungen in Millionenhöhe. Der Kölner Versicherer reagiert damit auf den harten Wettbewerb um Industrie- und Firmenkunden. In der Pressemitteilung heißt es: „Gothaer stärkt Mittelstandsansprache“. Konkret geht es um die Straffung von Verwaltungsstrukturen und damit Kostensenkungsmaßnahmen sowie einen stärkeren Vertrieb.

Angesichts seit Jahren sinkender Prämien in diesen Geschäftsfeldern strukturiert sich die gesamte Branche neu. Die Gothaer hatte bereits vor drei Jahren die Antrags- und Vertragsverwaltung im Privatkundengeschäft in ihrer Hauptverwaltung in Köln zentralisiert. Das bisher getrennt geführte Geschäft mit Firmen- und Industriekunden wird erstmals zusammengelegt. Mit Firmenkunden machte die Gothaer bisher eigenen Angaben zufolge rund 450 Mill. Euro Umsatz. Das Geschäft mit der Industrie bringt 155 Mill. Euro Prämie. Dabei konzentriert sich die Gothaer vor allem auf den Mittelstand. 2008 will sie in diesen Bereichen um etwa zwei Prozent wachsen

.

Konkret werden die Niederlassungen Göttingen und Nürnberg mit 65 bzw. 70 Mitarbeitern geschlossen. Ihre Aufgaben werden auf die Standorte Hamburg, Köln, Stuttgart und Berlin übertragen. Die Zeichnung von Geschäft und der Schadenaußendienst werden auf Hamburg, Köln und Stuttgart konzentriert. Dies seien bedeutende Maklerstandorte, was die Nähe zu Kunden- und Vertriebspartnern sichere, so Leicht. Die Schadenbearbeitung obliegt künftig den Kölnern bzw. Berlinern Mitarbeiter. Komplexere Fälle sowie Personenschäden sollen dabei von Köln bearbeitet werden. Der Umbau wird noch mit dem Betriebsrat ausgehandelt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×