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23.10.2014

13:44 Uhr

Start-up des Monats: Sugartrends

Mit kleinen Geschäften groß rauskommen

VonLaura Waßermann

Eine Boutique mit Fundstücken aus aller Welt: Auf der Online-Plattform Sugartrends können lokale Händler ihre Produkte vermarkten. Weil es international wachsen soll, sucht das Unternehmen nun einen Investor in Übersee.

Start-up des Monats: Sugartrends

Der „Marktplatz für die schönsten Geschäfte der Welt“

Start-up des Monats: Sugartrends: Der „Marktplatz für die schönsten Geschäfte der Welt“

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KölnIn unserer neuen Reihe das „Start-up des Monats“ stellen wir Ihnen regelmäßig ein innovatives Unternehmen vor. Das Unternehmen im Oktober ist „Sugartrends“ aus Köln.

Mit kleinen Geschäften ganz groß werden? Christian Schwarzkopf und Tim Lagerpusch von Sugartrends haben genau das vor. Die Online-Plattform für lokale Geschäfte soll von Anfang international wachsen.

Die Gründer selbst bezeichnen ihre im Mai gegründete Plattform als „Marktplatz für die schönsten Geschäfte der Welt“. „Die Idee ist, die Online- und die Offline-Welt zusammen zu bringen“, sagt Christian Schwarzkopf. (Das ganze Interview sehen Sie im Video.) Besitzer kleiner Geschäfte in aller Welt können auf Sugartrends eine Auswahl ihrer Produkte anbieten. Die Kunden bekommen so online, was sie möglicherweise auf ihrer Reise durch Asien entdeckt haben. Bislang sind mehr als 100 Läden im Katalog zu finden, rund 60 davon befinden sich in Deutschland. Beim Verkauf bekommt das Start-up eine Provision.

Start-up des Monats: Die „Abendtüte“ ist nicht zum Kiffen

Start-up des Monats

Die „Abendtüte“ ist nicht zum Kiffen

Ein Lieferservice für frische Zutaten – gekocht werden muss selbst. Vor einem Jahr haben Susanna und Peter Wiedeking das Gastronomie-Start-up „Abendtüte“ gegründet. Der Umsatz hinkt den eigenen Erwartungen hinterher.

Sugartrends wolle Shops mit „Boutique-Charakter“ unter einen Hut zu bringen, sagt Mitgründer Lagerpusch. Qualitätsmerkmale seien der enge Kontakt zwischen Kunde und Ladenbesitzer sowie die liebevolle Gestaltung des Geschäfts und der Produkte an sich. „Es hat auf jeden Fall viel Flohmarkt-Charakter.“

Auf den ersten Blick wirft ihr Konzept aber Widersprüche auf: Im Internet, wo der Erfolg erfahrungsgemäß über die Größe kommt, will Sugartrends mit lokalen Shops groß werden. Kann das mit einem Provisionsmodell funktionieren?

Schwarzkopf: „Das Ziel ist, irgendwann 10.000 Läden bei uns im Katalog zu haben.“ Bei einer Provision, die momentan bei zehn bis 20 Prozent liegt (je nach Branche und Produkt), könnte das tatsächlich irgendwann gewinnträchtig werden. Schwarze Zahlen schreibt das Unternehmen allerdings bisher nicht. Es müsse wachsen, was viele Jahre dauern könne, sagt der Gründer. „Das braucht eben starke Investoren, die es meist in Deutschland nicht gibt.“

Die 10 besten Ratschläge für Unternehmer

Hab Spaß

„Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint“, sagt Thorsten Reiter, dessen Buch „Start up – Jetzt! Endlich loslegen und es richtig machen“ gerade im Campus-Verlag erschienen ist. Genauso verhält es sich auch mit dem Bestreben als Unternehmer. Reiter: „Wer lange durchhalten will, sollte Spaß an der Sache entwickeln, der er täglich nachgeht, und vor allem daran, wie er es tut.“

Glaub an dich

Unternehmer sollten sich laut Reiter darauf konzentrieren, ihre Marke auszubauen sowie ihre Arbeit zu erledigen, und aufhören, über sich und ihr potentielles Versagen nachzudenken. „Wenn sie eines Tages scheitern, werden sie es schon merken und haben genug Zeit, im Nachhinein darüber nachzudenken.“

Glück ist eine Einstellungssache

„Jeder Gründer sollte sich entscheiden, stets Glück zu haben“, rät Thorsten Reiter. Seiner Lebensphilosophie nach liegt es in den eigenen Händen, Glück zu haben. Dabei ist für den Gründer-Experten genauso richtig, dass jeder einzelne der Herr seines Schicksals ist wie der Glaube daran, dass alles, was wir erleben, durch etwas oder jemanden vorherbestimmt ist.

Versuchen ist gut, machen ist besser

Reiter rät jungen Unternehmern nicht zu „entscheiden“, wann sie gescheitert sind. „Scheitern passiert und es bleibt keine andere Wahl, als das Scheitern zu akzeptieren und daraus zu lernen.“ Getreu dem Motto von Meister Yoda in Star Wars: „Do or do not. There is no try!“.

Nutze alle Ressourcen

Haben Sie Spaß daran, Teil von etwas zu sein und nutzen Sie das für sich. Als Unternehmer erhalten Sie Zugang zu Ressourcen, für die man sonst große Summen bezahlen müsste. Reiter: „Ein Marketingplan-Wettbewerb an einer lokalen Hochschule beispielsweise gibt der Einrichtung sowie ihren Studierenden Stoff, um sich weiter zu qualifizieren“, und Ihnen als Unternehmer einen enormen Pool an neuen Ideen.

Manchmal hilt nur: Zähne zusammenbeißen!

Jungunternehmer sollten sich schnell daran gewöhnen, die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur auszutesten, sondern sie regelmäßig zu überschreiten. Thorsten Reiter: „Nur so können sich Gründer und Erfolgssuchende sicher sein, wo sie verlaufen.“ Und: „Im gemütlichen Nine-to-Five-Sessel lassen sich keine Märkte revolutionieren und keine Konsumentenerfahrungen erschaffen, die zu wahren Ereignissen im Leben der Kunden werden.“

Gib dein Wissen weiter

Behalten Sie niemals die Dinge, die Sie auf Ihrem Weg gelernt haben, für sich. Teilen Sie, wann immer sie können, lautet die Empfehlung des Start-Up-Experten Reiter. Halten Sie also Vorträge, geben Sie Workshops oder seien sie selbst ein Mentor für andere Entrepreneure. Reiter: „Dadurch wird auch der Gründer selbst besser, versteht seine Herangehensweisen und erhöht sein Exposure.“

The winner shares it all

Steuern Sie auf Ihrem Weg gezielt Win-Win-Win-Effekte an und ermöglichen Sie es so einer größeren Anzahl von Menschen, sich mit Ihrer Idee und der Sache, für die Sie stehen, zu identifizieren. Keine Angst, das bedeutet nicht, dass Sie etwas vom Kuchen abgeben müssen; es bedeutet, so Reiter, dass alle am Ende mehr haben. Wenn jemand also einen WLAN-produzierenden Baum entwickeln würde, wäre der zusätzliche Klimafaktor solch ein Effekt.

Verändere das Spiel der Könige

Was hat Unternehmertum mit Schach zu tun? Reagieren Sie im Business nicht nur auf die Züge des Gegners, sondern gehen Sie einen Schritt weiter über die Grenzen des Bretts hinaus, rät Thorsten Reiter. So werden die Regeln des Spiels neu definiert, das Feld wird erweitert und die Möglichkeiten sind plötzlich unzählig. Wer als Unternehmer gelernt hat, das Spiel zu durchschauen, hält einen Trumpf in der Hand, der die Konkurrenz ins Chaos stürzen kann. Reiter: „Manchmal ist ein vermeintlich irrationaler Zug der entscheidende Schlag, und was von außen wie Chaos erscheint, ist lediglich die strategische Wendung hin zum eigenen Competitive Advantage und ein echter Game Changer.“

Finde deine Antworten

Sind Sie ein Unternehmer? Haben Sie den Mut dazu, Ihr Leben – egal ob angestellt oder selbstständig – nachhaltig zu verändern? Ist das der richtige, der einzige Weg? Diese Fragen möchten Thorsten Reiter jedem potentielen Gründer mit auf den Weg geben, denn er kann lediglich Denkanstöße geben. Die Antworten darauf muss jeder für sich selber finden. Reiter: „Ob du ins Abenteuer Unternehmertum aufbrechen wirst, ob diese Reise für dich bestimmt ist, kannst nur du selbst sagen. Nur du kannst diese Antworten geben.“

Er und Lagerpusch arbeiten viel, denken ihre Ideen weiter und entwickeln jeden Tag neue. Beteiligungen an anderen Start-ups sind nur eine Firmenstrategie, um Sugartrends zu pushen. Schwarzkopf habe schon in der Schule seine erste Firma gegründet, erzählt er. In das unternehmerische Denken sei er also hineingewachsen.

Die Atmosphäre in dem Kölner Büro ist entspannt. Es riecht nach frisch renoviert. Erst vor kurzem ist das Team, bestehend aus den beiden Gründern und insgesamt zwölf Mitarbeitern, in die zweite Etage gezogen. „Hast du gesehen, heute ist ein neues Nussöl reingekommen? Aus Bratislava“, fragt Lagerpusch seinen langjährigen Partner. Die beiden kennen sich seit dem Studium, sind sichtlich eingespielt. „Das tut man entweder auf den Salat oder ins Gesicht.“ Beide schmunzeln.

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