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01.08.2013

07:24 Uhr

Start-up-Finanzierung

Von den Socken

VonSabine Bernard

Ob eine App fürs Handy oder ein Modelabel ein Erfolg wird, hängt auch davon ab, ob die Firma Zugang zu frischem Geld findet. Selbst prämierte Start-ups können scheitern. Ein Sockenhersteller konnte der Falle entkommen.

Mit Einweg-Socken versucht ein Düsseldorfer Start-up sein Glück. PR

Mit Einweg-Socken versucht ein Düsseldorfer Start-up sein Glück.

DüsseldorfMit einer Einmalsocke, die beim Tragen pflegend wirken soll, will ein Düsseldorfer Start-up die Regale der Drogerieketten erobern. Die Idee zu „Soxxplus“ hatte Gründer Stefan Rosemann schon während seines Studiums: „Kein Mensch möchte ungepflegte und riechende Füße haben und doch ist das Angebot in diesem Markt eher unattraktiv.“ Die schmal geschnittenen Söckchen sollen durch moderne Microkugel-Technologie die Haut mit feuchtigkeitsspendendem Urea und Monoi-Öl versorgen.

In Deutschland verkaufen die Sauber-Socken des jungen Unternehmens bereits die Märkte der Drogeriemarktkette dm. Doch wie die meisten Gründer hatte auch Rosemanns Firma Innobrain zunächst große Schwierigkeiten bei der Finanzierung. „An Geld zu kommen, war eine Herausforderung. Erst als wir mit dm den ersten großen Partner an unserer Seite hatten und Testverkäufe positiv waren, konnten wir mehr Kapital anziehen“, sagt Geschäftsführer Rosemann.

Das Münsteraner Start-up AppClouds hat hingegen schmerzhaft erfahren müssen wie schwierig die Finanzierung in der Anfangsphase sein kann. Die Jungunternehmer entwickelten ein mobiles Bezahlsystem namens Cleap. Trotz der positiven Resonanz von Kunden und anderer Start-ups sowie der Auszeichnung „Innovationspreis-IT“ der Initiative Mittelstand, musste das Projekt eingestellt werden. „Wir sind ganz klar an der Finanzierung gescheiter. Der dänische Fonds, der Cleap finanzieren sollte, entschied sich dann doch für ein anderes, traditionelleres Geschäftsmodell“, sagt Geschäftsführer Torben Simon Meier.

Gründungshemmnisse in Deutschland

Bürokratische Hürden

Laut KfW-Gründungsmonitor nennen 40 Prozent der Vollerwerbsgründer bürokratische Hürden als Gründungshemmnis in Deutschland.

Quelle: KfW

Finanzierungsschwierigkeiten

... geht auch die Sorge um Finanzierungsschwierigkeiten. Waren 2008 nur 14 Prozent der Vollerwerbsgründer darüber besorgt, stieg der Anteil bis zum vergangenen Jahr auf 25 Prozent.

Hohe Belastung für die Familie

An zweiter der Stelle der Gründungshemmnisse steht die zu erwartende hohe Belastung für die Familie: Für 30 Prozent der Vollunternehmer ist das ein Problem.

Hohes finanzielles Risiko

In den vergangenen Jahren ist der Anteil der über das eigene Risiko besorgten Gründer von etwa 18 auf etwas über 30 Prozent gestiegen. Damit einher ...

Vorteile in abhängiger Beschäftigung

Für 20 Prozent war es ein Hemmnis für die Gründung, in einem normalen Arbeitsverhältnis über Vorteile zu verfügen, auf die man als Unternehmer nicht zählen kann.

Die Problematik ist allgemein bekannt: Trotz vieler guter Ideen scheitert die Umsetzung oft an der Finanzierung. Im vergangenen Jahr kam es laut dem KfW-Gründungsmonitor zu rund 775.000 Gründungen in Deutschland, davon 315.000 für die eine eigene Firma nicht nur ein Nebentätigkeit ist. Dass sind gut 20 Prozent weniger Vollerwerbsgründer als im Vorjahr. Bürokratische Hürden, finanzielle Risiken und Finanzierungsschwierigkeiten schrecken viele potenzielle Gründer bereits im Vorfeld ab. Entschließen sich die Ideenträger dann doch zu einer Unternehmensgründung, so scheitern bereits im ersten Jahr rund 14 Prozent von ihnen. Nach drei Jahren sind nur noch knapp zwei Drittel der Unternehmen aktiv.

Kommentare (2)

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eksom

01.08.2013, 09:42 Uhr

Einweg-Socken?! Wo bleibt die Nachhaltigkeit? Umweltverträglichkeit? Ressourcen schonung? Noch mehr Müllberge?

happygirl

01.08.2013, 09:56 Uhr

Finde die Soxxplus super! Und ein schlechtes Gewissen wegen der Umwelt brauche ich auch nicht zu haben :) siehe www.soxxplus.de - FAQ:

Das Thema Nachhaltigkeit ist für mich sehr wichtig. Wie sieht es diesbezüglich mit soxxplus® aus?
Bei der Entwicklung von soxxplus® haben wir darauf geachtet, ein besonders anwenderfreundliches Produkt zu entwickeln. Die Einmal-Nutzung garantiert unseren Kunden ein hygienisch reines Frischegefühl – so wie wir es von anderen Hygieneartikeln gewohnt sind. Da uns die Umwelt sehr am Herzen liegt, sind soxxplus® ausschließlich aus biologisch abbaubarem Naturvlies gefertigt. Die Fasern wurden umweltschonend mit nachwachsenden Rohstoffen produziert, die im Rahmen der Herstellung kaum Wasser und Anbaufläche benötigen. Die zur Herstellung verwendeten Bäume wachsen ausschließlich auf Grenzflächen, die zum Anbau von Nahrungsmitteln nicht geeignet sind– frei von Kunstdünger, Genmanipulation oder künstlicher Bewässerung. Die damit verbundenen, negativen Folgen für die Umwelt und die menschliche Gesundheit entfallen somit.

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