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18.10.2016

15:04 Uhr

Start-ups in Deutschland

Gründer richten sich stärker regional aus

Es muss nicht immer Berlin sein: Start-up-Gründer in Deutschland orientieren sich auch zunehmend in anderen Regionen als den angesagten Hot-Spots. Im Verhalten der Neu-Unternehmer gibt es allerdings Unterschiede.

Auch die Rhein-Ruhr-Region profitiert vom Trend der regionalen Unternehmensgründung. dpa

Start-ups

Auch die Rhein-Ruhr-Region profitiert vom Trend der regionalen Unternehmensgründung.

BerlinImmer mehr Gründer wagen auch außerhalb der Start-up-Hotspots Berlin und München den Schritt in die Selbstständigkeit. Nach den Ergebnissen des am Dienstag veröffentlichten vierten „Deutschen Start-up-Monitors“ sammeln sich die meisten jungen Firmen zwar nach wie vor in der Hauptstadt an. Regionen wie Rhein-Ruhr, Stuttgart/Karlsruhe und Hannover/Oldenburg gewinnen aber auch zunehmend an Gewicht.

Die Entwicklung zeige, dass sich das deutsche Start-up-Ökosystem bewege und mittlerweile branchen- und regionenübergreifend eine immer wichtigere Rolle übernehme, sagte der Chef des Bundesverbands Deutsche Start-ups, Florian Nöll. „Nicht weil Berlin schwächelt, sondern weil der Rest der Republik dem Vorbild folgt.“

14,1 Prozent der in der Studie untersuchten 1224 Unternehmen haben ihren Sitz im Gebiet Rhein-Ruhr mit den Städten Köln und Düsseldorf, im Vorjahr waren es noch 10,3 Prozent. In Stuttgart/Karlsruhe sind 8,9 Prozent angesiedelt (plus 1 Prozentpunkt). Neu hinzugekommen ist die Region Hannover/Oldenburg, wo 6,9 Prozent der Firmen ihren Sitz haben. Insgesamt ist etwas mehr als die Hälfte aller Start-ups in den genannten Regionen sowie in Berlin, München und Hamburg ansässig.

Warum Start-ups scheitern

Am Kunden vorbei geplant

Es klingt banal, aber: Manche Unternehmensgründer überprüfen nicht, ob ihre Idee tatsächlich so gut bei den Kunden ankommt, wie sie erwarten.

Den Markt nicht im Blick

Viele Ideen klingen toll – bis man feststellt, dass jemand anders auch schon darauf gekommen ist. Gründer sollten daher eine Marktanalyse vornehmen.

Kosten nicht im Griff

Viele Start-ups sind zu optimistisch. Die Kosten geraten schnell höher als erhofft, gerade wenn es kein Controlling gibt.

Zu viel Optimismus

Etliche Gründer gehen mit großen Ambitionen an ihr Projekt – um festzustellen, dass die Hoffnungen unrealistisch waren und die Einnahmen nicht so fließen wie erwartet.

Keine Ahnung von BWL

So mancher Gründer kennt sich mit Technologie aus, aber nicht mit den Abläufen im Betrieb. Ohne BWL-Kenntnisse, etwa in Sachen Buchführung, scheitern viele Firmen jedoch.

Faktor Familie

Eine Unternehmensgründung bedeutet eine hohe Belastung. Wenn die Familie diese nicht mitträgt, ist das für die Firma ebenso riskant wie für die Harmonie im Privaten.

Auffallend ist, dass junge Unternehmen in Berlin und München ihre Mitarbeiterzahl kontinuierlich erhöhen, während Start-ups in Hamburg und den Regionen bei Neueinstellungen zurückhaltend sind. Ein Start-up ist nach Auffassung der Studienautoren eine Firma, die jünger als zehn Jahre ist, ein innovatives Geschäftsmodell hat und ein bedeutendes Wachstum vorweisen kann oder plant.

Von

dpa

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