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09.09.2014

15:47 Uhr

Stiftung Warentest vs. Ritter Sport

Voll auf die Nuss

VonCornelia Knust

Im Rechtsstreit von Stiftung Warentest und Schokohersteller Ritter Sport müssen die Warentester eine erneute Niederlage einstecken. Die Richterin übt harsche Kritik an den Methoden der Tester.

Schokolade des Anstoßes: Die Ritter Sport-Voll Nuss.

Schokolade des Anstoßes: Die Ritter Sport-Voll Nuss.

MünchenDie Stiftung Warentest hat den Schoko-Streit mit Ritter Sport verloren. Das Oberlandesgericht München wies am Dienstag einen Widerspruch der Warentester gegen eine einstweilige Verfügung des Landgerichts München I zurück. Damit darf die Verbraucherschutzorganisation weiterhin nicht mehr behaupten, Ritter verwende für seine Voll-Nuss-Schokolade statt des angegebenen natürlichen Vanille-Aromas ein künstliches Vanille-Aroma.

Die Stiftung Warentest hatte 2013 im Dezemberheft ihrer Zeitschrift "Test" sowie im Internet Schokoladenqualitäten verglichen und die Ritter Sport-Schokolade Voll-Nuss mit "mangelhaft" bewertet. Dem Hersteller, der für sich in Anspruch nimmt, nur natürliche Zutaten zu verwenden, warf sie eine Falschdeklaration seines Produktes vor, da die besagte Sorte den Aromastoff Piperonal enthalte, der nur künstlich hergestellt werden könne. Ritter Sport erwirkte (vertreten durch die Kanzlei Gleiss Lutz) eine einstweilige Verfügung gegen mehrere Formulierungen des Testberichts und beharrte darauf, dass der Stoff auch natürlich vorkomme. Diese Verfügung wurde Ende November 2013 vom Landgericht München I bestätigt.

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In den vergangen Monaten ging es bei der schwäbischen Familienfirma Ritter Sport turbulent zu. Wie ein negativer Test der Stiftung Warentest dem Unternehmen zusetzte und warum die Schokopreise steigen könnten.

Nun könnten beide Seiten ein Hauptsacheverfahren anstrengen. "In diesem einst­weiligen Verfügungs­verfahren fand ja gar keine umfassende Beweis­aufnahme statt", sagte Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest. Man werde die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und dann über weitere Schritte entscheiden.

Das Unternehmen Alfred Ritter und ihr Aromalieferant Symrise aus Holzminden (Nebenkläger) könnten gegebenenfalls Schadenersatz verlangen. „Das heutige Urteil wäre da sicherlich hilfreich", sagte Symrise-Chefjurist Markus Sattler. Symrise werde aber nicht Treiber eines solchen Verfahrens sein. Im Fokus stehe Ritter Sport mit etwaigen Umsatzausfällen im Nachgang des Testberichts. Im Interview mit Handelsblatt Online hatte Firmenchef Alfred Ritter die dramatischen Auswirkungen des Testurteils beklagt und die Wichtigkeit der einstweiligen Verfügung betont: „Hätte sich die Stiftung Warentest durchgesetzt, wäre das unser Ende gewesen. Der Handel hätte uns aus den Regalen genommen.“

Bereits kurze Zeit nach der Veröffentlichung der Testergebnisse sei die erste Drohung eines Händlers gekommen, die Ware aus den Regalen zu entfernen. „Unsere Rettung war, dass am Tag der Veröffentlichung der Testergebnisse ein Süßwaren-Kongress in Berlin war und wir so den Händlern innerhalb eines halben Tages klar machen konnten, dass die Behauptung falsch ist“, erzählte Ritter.

Umso mehr freute sich Ritter Sport über den erneuten Sieg gegen die Warentester: „Die Entscheidung ist richtig. Sie zeigt, auch Stiftung Warentest darf nicht willkürliche Behauptungen in die Welt setzen, die jeder Grundlage entbehren“, sagte Thomas Seeger, Leiter Recht bei Ritter Sport. „Der Vorwurf der Verbrauchertäuschung fällt damit am Ende auf Stiftung Warentest zurück.“

Neben Schadensersatzforderungen können beide Firmen jetzt auch Anwaltskosten geltend machen und zusätzlichen Aufwand im Rahmen eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens, das die Lebensmittelüberwachung auf den Plan gerufen und „viel Staub aufgewirbelt“ habe, sagte Sattler. Dieses Verfahren sei inzwischen eingestellt.

Kommentare (19)

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real .ist

09.09.2014, 15:03 Uhr

Das sind doch alles Haarspaltereien und Wortklaubereien.


Wichtig ist nur eins:

Ritter Sport hat Aroma aus einem chemischen Labor in ein Lebensmittel gemischt.


In Lebensmittel gehören keine Stoffe aus dem Chemielabor.

Es ist dabei völlig unwichtig, ob es hier "natürlich", "naturidentisch", "synthetisch", "artverwandt" oder sonstwie genannt wird.

RITTER SPORT kaufe ich seitdem nicht mehr, weil diese Firma letztlich auch die Verbraucher verarscht.

Wenn man heutzutage nur noch teures Demeter Zeug kaufen kann um sicher zu sein, etwas natürliches zu fressen, dann sind wir alle ziemlich am Arsch.

Kein Wunder also, dass die Leute alle krank sind und die Kinder schon mit Allergien auf die Welt kommen.

G. Nampf

09.09.2014, 15:04 Uhr

"Spangler sagte, sie werte in diesem Fall den Schutz des Gewerbebetriebs höher als die Freiheit der Meinungsäußerung im Verbund mit dem Bemühen um Markttransparenz oder Verbraucheraufklärung"

Na, super! Dann wissen wir jetzt genau, auf was es in dieser geschmierten Republik wirklich ankommt...

U.Bürgin, CH

09.09.2014, 15:17 Uhr

Ritter Sport ist in Deutschland doch wie Nivea Creme - eine Marke des Volkes, der man blind vertraut.

Ich denke, Ritter Sport hat dieses Image aufs Spiel gesetzt.

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