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26.03.2012

07:14 Uhr

Stiftungen

Deutschland ist Stiftungsland

VonHans-Jürgen Klesse, Henryk Hielscher, Miachel Kroker
Quelle:WirtschaftsWoche

Fast 19.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts gibt es in Deutschland. Gründer sind vor allem Unternehmer.

Der Schriftzug der Konrad-Adenauer-Stiftung, fotografiert in Sankt Augustin. dpa

Der Schriftzug der Konrad-Adenauer-Stiftung, fotografiert in Sankt Augustin.

Fast 19.000 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts gibt es in Deutschland. Allein 2011 sind 817 neu errichtet worden. „Ungeachtet der Sorgen um den Euro und die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise, zeigen sich Stifter in Gründerlaune“, sagt Stiftungsverbandschef Wilhelm Krull. Mit einer Stiftung unterwerfen die Gründer ihr Vermögen einem bestimmten Zweck. Gleichzeitig können sie dadurch das Vermögen für immer erhalten und der Verwertung etwa durch die Erben entziehen. Der Gemeinnutz als Stiftungszweck ist nicht das einzige und nicht das ausschließliche Motiv. Häufig geht es den Gründern eines Unternehmens darum, ihr Lebenswerk dauerhaft vor Übernahmeversuchen zu schützen.

Manche Stiftungen sind deshalb Führungsgesellschaften mit Holdingcharakter. Bei der Schörghuber Stiftung & Co. Holding KG ist das schon am Namen erkennbar. Die zentrale Führungsgesellschaft der 1954 von Josef Schörghuber gegründeten Münchner Unternehmensgruppe dient als strategische Finanzholding für die vier Geschäftsbereiche Brauereien, Seafood, Immobilien und Hotels. Zweck der Stiftung ist die Führung der Konzernteile, gemeinnützig ist sie nicht. Die Organisationsstruktur der Stiftung entspricht im Wesentlichen der einer Aktiengesellschaft. Wichtigstes Gremium ist der Stiftungsrat, der nach Satzung mindestens sechs Mitglieder hat und dessen Rechte und Pflichten dem Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft vergleichbar sind. Vorsitzende des Stiftungsrats ist als Vertreterin der Eigentümerfamilie Alexandra Schörghuber. Seit dem Tod ihres Ehemanns Stefan vor vier Jahren steht sie damit de facto an der Spitze der Gruppe. Für das soziale Engagement des Konzerns ist die Josef Schörghuber-Stiftung für Münchner Kinder zuständig, die sich um den Nachwuchs sozial benachteiligter Familien kümmert. 

Anders liegen die Dinge bei der Software AG-Stiftung in Darmstadt. Die Stiftung besteht seit 1992 und erfüllt einen Doppelzweck. Gegründet wurde sie von Peter Schnell, dem Mitgründer der Software AG, der alle seine Anteile an dem Darmstädter Softwarehaus in seine Stiftung einbrachte. Heute hält die Stiftung noch knapp 30 Prozent der Aktien am Unternehmen und ist mit einem Stiftungsvermögen von rund 1,3 Milliarden Euro eine der größten privaten Stiftungen in Deutschland.

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