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02.10.2011

15:41 Uhr

Studie

Mittelstand rechnet mit steigenden Energiekosten

VonMartin Murphy

Der deutsche Mittelstand stellt sich auf steigende Strompreise ein. Das belegt eine Forsa-Studie. Die zum Teil kräftigen Energiezuschläge könnten manche Unternehmen in Bedrängnis bringen.

Ein Stromzähler. Der Mittelstand rechnet mit steigenden Strompreisen. dpa

Ein Stromzähler. Der Mittelstand rechnet mit steigenden Strompreisen.

FrankfurtAuf den deutschen Mittelstand kommen mit der Energiewende erhebliche Kosten zu. Drei von vier Unternehmen stellen sich auf höhere Belastungen ein, wie eine bislang unveröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa ergab. Befragt wurden 250 Führungskräfte von mittelständischen Unternehmen; Auftraggeber ist die Hamburger Leasingfirma Albis.

Aus Sicht der meisten Firmen wird die Kostensteigerung bei unter fünf Prozent liegen. Lediglich 23 Prozent der Befragten rechnen mit Mehrausgaben von mehr als fünf Prozent durch den Ausstieg aus der Kernkraft.
Die Bundesregierung hatte nach der Atomkatastrophe im japanischen Meiler Fukushima acht deutsche Kraftwerke umgehend geschlossen, das letzte Atomkraftwerke muss bis zum Jahr 2022 vom Netz gehen. Mit dem eingeläuteten Rückzug sind die Strompreise an der Strombörse EEX angezogen, Experten halten einen weiteren Anstieg für wahrscheinlich. Wie hoch dieser sein wird, ist allerdings offen.

Die meisten Mittelständler haben die Mehrkosten an ihre Kunden weitergereicht oder haben dies in naher Zukunft vor. Auf die Endverbraucher kommen damit Mehrkosten zu.

Laut der Studie gehen aber 41 Prozent der Manager davon aus, dass ihr Unternehmen auf den zusätzlichen Ausgaben sitzen bleiben wird. Die Gewinne der Firmen werden damit also geschmälert.

Um dies auszugleichen oder zumindest abzufedern, plant die Hälfte der Firmen Investitionen in energieeffizientere Anlagen. In den kommenden fünf Jahren haben zwei Drittel der Mittelständler dafür bis zu eine Million Euro reserviert. Knapp jeder Zehnte will sogar über fünf Millionen Euro investieren, um den Energieverbrauch zu reduzieren.

Stemmen wollen die Unternehmen die zusätzlichen Ausgaben zu weiten Teilen durch eigene Mittel oder die Aufnahme neuer Kredite. Ein Viertel der Unternehmen greift auch auf Leasingangebote zurück, wie es in der Forsa-Studie heißt. Auftraggeber Albis rechnet damit, dass diese Quote künftig steigen wird. Durch diese Finanzierungsform würden die Anfangsinvestitionen, deren Höhe auf manche Manager abschreckend wirkt, über einen längeren Zeitraum gestreckt, sagte Vorstandschef Hans Mahn.

Auch wenn viele mittelständische Unternehmen die Energiewende als Belastung für ihr Geschäft sehen, begreifen einige den Kurswechsel als Chance.
Ein Drittel der befragten Führungskräfte verspricht sich vom Aus der Atomkraft "deutliche" oder zumindest "leichte" Vorteile gegenüber ausländischen Wettbewerbern. Lediglich ein Viertel sieht den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Vergleich im Nachteil.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

30.09.2011, 21:24 Uhr

Wegen der steigenden Strompreise in Deutschland erwägt Bayer, verstärkt im Ausland zu investierten. Deutschland werde immer unattraktiver als Standort, erklärt Konzernchef Dekkers....

http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/energiewende-bayer-denkt-ueber-produktionsverlagerung-nach_aid_652997.html

Continental investiert in russische Reifenproduktion.......
Kaluga wächst: Europas größter Reifenhersteller Continental will ein Reifenwerk in Russland bauen und dafür rund 220 Millionen Euro ausgeben.
http://www.automobil-produktion.de/2011/07/continental-investiert-in-russische-reifenproduktion/

Die Liste ließe sich beliebig erweitern , VW in Tschechien , Opel in Polen, Schaeffler in Rumänien...... usw....usw....
Die de Industrialisierung Deutschlands hat gerade erst begonnen ,einer der wichtigsten Gründe sind steigende Energiepreise und der daraus resultierende Wettbewerbsnachteil Deutschlands.
Den Arbeitsplatzverlust ( den auch die EE nicht abfangen können) werden wir natürlich mit zeitlicher Verzögerung zu spüren bekommen .
Danke ihr "Abschalten sofort" Schreihälse !!!

Wissen

03.10.2011, 10:01 Uhr

Wenn sich Ressourcen verknappen, wird Energie immer teurer! Öl, Gas, Kohle, Uran usw. sind immer schwieriger zu fördern und gleichzeitig steigt der weltweite Bedarf.

Die Bürger rechnen auch mit steigenden Preisen für Energie, Lebensmittel und Mieten.

Je eher wir uns auf eine ressourcenschonendere Lebens- und Produktionsweise einstellen, desto leichter wird die Umstellung werden.

Deutsches Ingenieurswissen hat sich seit jeher den verschiedensten Herausforderungen gestellt und sie erfolgreich gemeistert.

Ewig Gestrige wie Sie sind da nur ein Klotz am Bein.

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