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10.12.2014

13:52 Uhr

Studie

So wenig Insolvenzen wie seit 15 Jahren nicht

Dank stabiler Konjunktur und einfachem Zugang zu Krediten ist die Zahl der Insolvenzen in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Auch bei den privaten Verbraucherinsolvenzen gibt es Entspannung.

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist wieder gesunken. dpa

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist wieder gesunken.

FrankfurtTrotz einiger prominenter Fälle ist die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gesunken. Insgesamt habe es in diesem Jahr 23.800 (2013: 26.120) Unternehmensinsolvenzen gegeben, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Mittwoch mit. Hintergrund sei die bislang recht stabile Konjunktur und ein vergleichsweise einfacher Zugang zu Krediten. Die größte Insolvenz betraf die Verlagsgruppe Weltbild mit rund 6.800 Beschäftigten. Pleite gingen außerdem die Modekette Strauss Innovation, der Windpark-Finanzierer Prokon und die Mitteldeutschen Fahrradwerke (Mifa). In erster Linie seien es aber sehr kleine Firmen mit maximal fünf Mitarbeitern gewesen, die in die Krise geschlittert seien, erklärte Creditreform.

Welche Management-Fehler fatal für Firmen sein können

Fehler eins

Frühwarnsignale, z.B. für Markt- oder technologische Veränderungen, werden nicht wahrgenommen oder sogar aktiv verdrängt.

Fehler zwei

Regulatorische und politische Einflüsse auf die künftige Unternehmensentwicklung werden systematisch unterschätzt.

Fehler drei

Markt- und Kundenveränderungen werden im Vorstand nicht (hinreichend) analysiert und diskutiert.

Fehler vier

Geschäftsmodelle werden nicht kritisch reflektiert.

Fehler fünf

Man hält zu lange an traditionellen (und bislang erfolgreichen) Vorgehensweisen fest.

Fehler sechs

Es mangelt an Mut, gegen die herrschende Meinung zu argumentieren.

Fehler sieben

Bei spürbaren Veränderungen wird zu zögerlich gehandelt, man ergeht sich in Aktionismus und Effekthascherei "auf der Bühne" ohne konkrete Maßnahmen.

Fehler acht

Es fehlt eine klar und überzeugend kommunizierte Veränderungsvision und Strategie.

Quelle

Umfrage unter Partnern von Roland Berger Strategy Partners. Zitiert in „Gute Führung“ von Burkhard Schwenker und Mario Müller-Dofel. Erschienen 2012 bei BrunoMedia Verlag.

Eine Entspannung machen die Experten auch bei den privaten Verbraucherinsolvenzen aus: Hier sank die Zahl im bisherigen Jahresverlauf auf 86.900 (91.360) Fälle. Creditreform verwies auf höhere Tarifabschlüsse, eine geringere Arbeitslosenquote und eine niedrige Inflationsrate. Das alles helfe den Menschen in Deutschland, ihre Finanzen im Griff zu haben. Bereits Anfang Dezember hatte das Statistische Bundesamt einen ähnlichen Trend bei den Insolvenzen für die Zeitspanne von Januar bis September 2014 vermeldet.


Von

rtr

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