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11.01.2008

18:10 Uhr

Teures Personal

Hohe Gehaltsforderungen am Golf

VonMartin Böll (bfai)

Wenn es unter den ausländischen Arbeitnehmern in den Golfstaaten ein gemeinsames Thema zum Jahreswechsel gab, dann waren dies die rapide steigenden Lebenshaltungskosten und die damit kaum mehr Schritt haltenden Löhne. In den Vereinigten Arabischen Emiraten, den Trendsettern am Golf, kletterten die Gehälter 2007 um durchschnittlich 14,5 Prozent - womit aber eigentlich kaum jemand zufrieden war.

DUBAI. Für 2008 dürften die Steigerungen noch höher ausfallen, sagen Kenner. Wer gutes Personal halten wolle, müsse sehr schnell kräftig drauf legen.

Ein Streik unter den Arbeitern von Aratec Construction, einer führenden Dubaier Baufirma, sorgte Anfang November 2007 für ein kleines "Erdbeben". Mit Zugeständnissen von bis zu 25 Prozent wurde das Problem erst einmal aus der Welt geschafft. Noch weiter vor ist das Innenministerium der ereinigten Arabischen Emiraten geprescht: Ab 1.1.08 erhalten alle 60 000 Angestellten und Beamten der Zentralregierung sowie ihre Pensionäre eine Lohnerhöhung von 70 Prozent - sozusagen prophylaktisch.

Prozent angehoben. Mit der Maßnahme will die Regierung unter anderem verhindern, dass die im öffentlichen Dienst beschäftigten Staatsbürger unzufrieden werden oder in die private Wirtschaft abwandern. Während kommerzielle Unternehmen offene Stellen durch importierte Arbeitskräfte füllen können, beschäftigt die öffentliche Hand für ihre hoheitlichen Aufgaben nahezu ausschließlich Staatsbürger.

Nach Auskunft der Regierung liegt die Inflationsrate in den ereinigten Arabischen Emiraten derzeit bei 9 Prozent, inoffizielle Schätzungen bewegen sich dagegen in einer Bandbreite von 12 Prozent bis 1 Prozent. Wer nicht auf einen Job in den Emiraten angewiesen ist, stellt sich zunehmend die Frage, ob es sich noch lohnt. Ausgesuchte Experten aus Indien sehen kaum noch einen Gehaltsvorteil in den Emiraten. Unter Berücksichtigung der Mieten, der hohen Schulgebühren und den allgemeinen Lebenshaltungskosten bliebe für einen Softwarespezialisten in Bangalore am Monatsende fast genauso viel in der Geldbörse wie in Dubai, berichtet die lokale Presse.

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