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04.01.2010

15:05 Uhr

Textil-Einzelhandel

Von Absatzkrise keine Spur

VonAxel Granzow , Stefanie Bilen

Von Umsatzeinbruch ist im deutschen Textileinzelhandel bislang kaum die Rede. Im Gegenteil, viele der Mittelständler legen zu - wie etwa der Herrenausstatter Engbers, der als Paradebeispiel gilt. Doch wenn die Zahl der Arbeitslosen 2010 wie befürchtet steigt, trifft es die Bekleidungshändler als erste.

Engbers-Filiale: Der Herrenausstatter in Familienbesitz ist vergleichsweise gut durchs Krisenjahr 2009 gekommen - wie viele andere Mittelständler im deutschen Textil-Einzelhandel. (Quelle: pr) Pressebild

Engbers-Filiale: Der Herrenausstatter in Familienbesitz ist vergleichsweise gut durchs Krisenjahr 2009 gekommen - wie viele andere Mittelständler im deutschen Textil-Einzelhandel. (Quelle: pr)

DÜSSELDORF. Deutschlands Modehändler steuern bislang erfolgreich durch die Krise - bislang. Denn, sollte die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr so stark zunehmen wie prognostiziert, werden es die Bekleidungsverkäufer als erste merken.

"Bislang haben wir die Krise kaum gespürt - im Gegenteil", sagte Bernd Bosch, Inhaber und Chef des Herrenausstatters Engbers aus Gronau im Münsterland. Das Weihnachtsgeschäft sei mit einem Umsatzplus um fünf Prozent auf bestehender Fläche deutlich besser verlaufen als zunächst erwartet. Das Weihnachtsgeschäft ist für den Textileinzelhandel enorm wichtig, denn rund ein Fünftel des Gesamtumsatzes kommt in dieser Zeit in die Kassen.

Engbers-Umsatz steigt auf 117 Millionen Euro

"Sollten sich aber die Prognosen über die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im Jahr 2010 bestätigen, wird auch die Bekleidungsbranche in die Krise schlittern", ist Bosch überzeugt. Wer Arbeitslosigkeit befürchte oder seinen Arbeitsplatz verliere, kaufe weniger ein.

Das 1946 von Bernd Boschs Großvater gegründete Unternehmen erwartet in diesem Geschäftsjahr 2009/10 (28.2.) mit 1 700 Mitarbeitern in 280 Filialen ein Umsatzplus von über fünf Prozent auf 117 Millionen Euro. Auf bestehender Fläche, also ohne die 2009 neu eröffneten 15 Filialen, rechnet Engbers mit einem Umsatz fast auf Vorjahresniveau.

Textil-Verkäufer stehen deutlich besser da als Gesamthandel

Engbers gilt als Paradebeispiel für die Branche. Denn der Textileinzelhandel insgesamt ist 2009 besser durch die Wirtschaftskrise gekommen als erwartet, bestätigt der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). BTE-Präsident Steffen Jost rechnet mit einem zum Vorjahr stabilen bis sogar leicht steigenden Umsatz.

Damit steht der Textileinzelhandel deutlich besser da als der Gesamthandel, der sich für das zu Ende gehende Jahr auf 1,5 bis zwei Prozent Umsatzrückgang einstellt. Grund für das laut Jost "unerwartet gute" Abschneiden des Textileinzelhandels ist eine verlagerte Kauflust vieler Verbraucher: Als Ersatz für den krisenbedingten Verzicht auf größere Anschaffungen hätten viele Kunden offenbar auf Bekleidung zurückgegriffen

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