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22.02.2012

14:22 Uhr

Textilfabrikant

Seidensticker entert den Anleihemarkt

Die Hemden-Firma Seidensticker zapft zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte den Kapitalmarkt an. Bis zu 30 Millionen Euro soll das Wagnis einbringen. Für die Zukunft ist auch ein Börsengang nicht ausgeschlossen.

Seidensticker produziert unter anderem in einem Werk in Vietnam. Pressefoto Seidensticker

Seidensticker produziert unter anderem in einem Werk in Vietnam.

DüsseldorfDer Bielefelder Hemden-Hersteller Seidensticker wagt mit einer Anleihe den Sprung an den Kapitalmarkt - und schließt für die Zukunft einen Börsengang nicht aus. „Wir gefallen uns gut als Familienunternehmen, aber man soll nie nie sagen“, sagte einer der beiden Leiter des Familienunternehmens, Gerd Oliver Seidensticker, am Mittwoch in Düsseldorf.

Doch zunächst wolle der ostwestfälische Textilfabrikant mit rund 1800 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von zuletzt etwa 167 Millionen Euro sich über eine Unternehmensanleihe bis zu 30 Millionen Euro von Investoren beschaffen. Mit den Geldern will Seidensticker sein eigenes Filialnetz ausbauen und Verbindlichkeiten umschulden.

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Der Mittelständler habe sich zu dieser Form der Kapitalbeschaffung entschieden, weil bei den Banken ein „unsicherer Finanzierungsmarkt“ herrsche: „30 Millionen hätten wir von einer Bank nicht bekommen.“ Die Seidensticker-Anleihe soll am Mittelstandsmarkt der Börse Düsseldorf begeben werden und kann von 27. Februar 2012 an gezeichnet werden. Der Zinssatz soll bei einer Laufzeit von sechs Jahren 7,25 Prozent pro Jahr betragen.

Seidensticker will die Anleihe aus dem operativen Cashflow zurückzahlen. Zudem verpflichtet sich der Familienkonzern jährlich mindestens 50 Prozent des Überschusses in der Firma zu halten, um die Eigenkapitalbasis zu stärken. Diese hatte vor Jahren gelitten - denn der Konzern war gezwungen, einen Schlussstrich unter das verlustreiche Geschäft mit Damenoberbekleidung zu ziehen. Im Geschäftsjahr 2008/09 stand deshalb ein Minus von 6,3 Millionen Euro in den Büchern. 2010/11 fuhr Seidensticker einen Überschuss von 7,8 Millionen Euro ein.

Das 1919 gegründete Familienunternehmen produziert derzeit unter anderem in einem Werk in Vietnam rund 16 Millionen Herrenhemden und Damenblusen pro Jahr. Zu den eigenen Marken gehören unter anderem Seidensticker und Jacques Britt, zudem verfügt das Unternehmen über Lizenzen von Joop, Strellson und Baldessarini. Auch im Auftrag großer Ketten wie etwa Zara näht Seidensticker Hemden. Der Bielefelder Familienkonzern nutze die gesamte Wertschöpfungskette - von der Produktion bis zum Verkauf in eigenen Geschäften.

Von

rtr

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