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29.03.2011

17:38 Uhr

Treuhandmodelle

Pensionslasten neu schultern

VonHarald Brass

Treuhandmodelle werden vor allem von Großkonzernen als Finanzierungsinstrument für Betriebsrenten genutzt. Doch inzwischen bieten sie auch Mittelständlern mehr Gestaltungsspielräume bei Pensionsrückstellungen.

Beim CTA keine Ausfinanzierung in voller Höhe der Pensionsverpflichtungen erforderlich. Quelle: dpa

Beim CTA keine Ausfinanzierung in voller Höhe der Pensionsverpflichtungen erforderlich.

FrankfurtBereits seit vielen Jahren werden CTA-Treuhandmodelle bei deutschen Großunternehmen als Instrumente zur Ausfinanzierung von Pensionsrückstellungen genutzt. Die Abkürzung CTA steht für Contractual Trust Arrangement. Vorreiter dieser Modelle waren Deutsche Shell, Daimler und Siemens.

Geänderte Bilanzierungsvorschriften im Handelsgesetzbuch sowie verschärfte gesetzliche Vorgaben im Bereich der Altersteilzeit und der Zeitwertkonten haben jedoch dazu geführt, dass CTA-Treuhandmodelle inzwischen nicht mehr nur in Großkonzernen, sondern auch von größeren Unternehmen des Mittelstands als attraktives Gestaltungsinstrument wahrgenommen werden. Vor diesem Hintergrund gewinnen die seit einigen Jahren verstärkt in den Markt dringenden Gruppen-CTAs an Bedeutung. Anders als die verbreiteten Konzern-CTAs werden Gruppen-CTAs nicht nur für Unternehmen des eigenen Konzerns, sondern für eine Vielzahl von Unternehmen tätig.

Trotz der angelsächsischen Bezeichnung handelt es sich um eine originär deutsche Vertragsstruktur, die so im angelsächsischen Rechtsraum nicht existiert. Das Grundprinzip eines CTA besteht vereinfacht gesagt darin, dass ein Unternehmen liquide Mittel oder andere Vermögensgegenstände für die Ausfinanzierung seiner Pensionsverpflichtungen reserviert und diese insolvenzsicher auf einen unabhängigen Treuhänder überträgt, der ihre Zweckbindung sicherstellt.

Das CTA bewirkt eine Verkürzung der Bilanz beim übertragenden Unternehmen und eine rechnerische Verbesserung der Bilanzkennzahlen. In der Bilanz des Unternehmens werden die auf das CTA übertragenen Vermögensgegenstände – das sogenannte Planvermögen – mit den korrespondierenden Pensionsrückstellungen saldiert. Seit 2010 erfolgt diese Saldierung aufgrund des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes nicht mehr nur in der Bilanz nach IFRS und US-GAAP, sondern auch in der deutschen HGB-Bilanz. Damit steht dieses Instrument auch Unternehmen des Mittelstands zur Verfügung.

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