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28.11.2013

14:43 Uhr

Trotz Krise

Weniger Pleiten 2013

Conergy, Praktiker, Max Bahr: 2013 gingen viele publikumsnahe Unternehmen in die Insolvenz, weshalb der Eindruck entstehen konnte, es sei das Jahr der Insolvenzen. Tatsächlich sank die Zahl der Firmen- und Privatpleiten.

Irgendwie ein omnipräsenter Satz in 2013: „Wir schließen“ wie hier in einer ehemaligen Praktiker-Filiale. Doch der Eindruck, 2013 sei das Pleitenjahr gewesen, trügt. dpa

Irgendwie ein omnipräsenter Satz in 2013: „Wir schließen“ wie hier in einer ehemaligen Praktiker-Filiale. Doch der Eindruck, 2013 sei das Pleitenjahr gewesen, trügt.

FrankfurtDeutschlands Unternehmen überstehen die Krise in Europa relativ gut: Die Zahl der Firmenpleiten ist 2013 unerwartet auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken. Nach Schätzungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform gab es insgesamt 26 300 Unternehmenszusammenbrüche, im Vorjahr waren es noch 28 720.

Für das kommende Jahr sind die Experten trotz der erwarteten Konjunkturerholung aber vorsichtig. Sie rechnen mit einer ähnlichen Zahl von Firmenpleiten wie 2013, es dürften 26.000 bis 27.000 Fälle werden. „Die Auswirkungen der strengeren Eigenkapitalvorschriften für Banken auf die Kreditvergabe an Unternehmen sind derzeit nicht einzuschätzen“, begründete Creditreform-Vorstand Helmut Rödl am Donnerstag in Frankfurt die verhaltene Prognose.

In diesem Jahr sorgten die insgesamt robuste Konjunktur und die Rekordbeschäftigung für einen deutlichen Rückgang der Firmen- und Verbraucherpleiten.

Creditreform hatte ursprünglich mit einem Anstieg auf 30.500 Unternehmensinsolvenzen gerechnet. Die Konjunktur habe sich jedoch stabiler entwickelt als gedacht, erklärte Rödl.

Die Zahl der Verbraucherpleiten verringerte sich um 6,7 Prozent auf 91.500 Fälle. Allerdings bleibe die Überschuldung der Verbraucher hoch. 3,3 Millionen Haushalte bundesweit seien nicht in der Lage, ihren Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln zu bestreiten, sagte Rödl.

Die Zahl der Arbeitsplätze, die durch Unternehmensinsolvenzen verloren gingen oder bedroht sind, sank den Schätzungen zufolge ebenfalls deutlich um 17,6 Prozent auf 285.000. Rund 10.000 Mitarbeiter sind allein durch den Zusammenbruch der Baumarktkette Praktiker und der Tochter Max Bahr betroffen.

Daneben mussten auch andere größere Unternehmen wie der TV-Hersteller Loewe oder das Solarunternehmen Conergy den Gang zum Amtsgericht antreten. Dennoch sank die Summe der Insolvenzschäden insgesamt kräftig um 30,1 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro. Die große Mehrzahl der Insolvenzen betraf kleine Betriebe. In acht von zehn Fällen beschäftigte die jeweilige Firma maximal fünf Mitarbeiter.

Nordrhein-Westfalen war im zu Ende gehenden Jahr weiter negativer Spitzenreiter mit geschätzt insgesamt 35.830 Insolvenzen im Unternehmens- und Privatbereich, wobei es eine Verbesserung zur Vorjahreszahl von 38.330 erreichte. Unter den Fällen waren auch 9.110 Firmenpleiten. Das einzige Bundesland, in dem die Zahl der Insolvenzen gegen den Trend stieg, war Hessen.

Von

dpa

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