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24.01.2007

15:52 Uhr

Übernahmewelle erreicht Mittelstand

Auch die Kleinen fusionieren

VonRobert Landgraf

Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) läuft im Mittelstand rund. Es steht zwar weniger im Blickpunkt als große Deals wie der milliardenschwere Kauf des Pharmaunternehmens Schering durch den Konkurrenten Bayer. Aber neue Zahlen belegen, dass auch unter kleineren Unternehmen das Geschäft mit Zusammenschlüssen deutlich angezogen hat.

M&A-Transaktionen im deutschen Mittelstand: Führende Banken in den Jahren 2005 und 2006.

M&A-Transaktionen im deutschen Mittelstand: Führende Banken in den Jahren 2005 und 2006.

FRANKFURT. Nach Daten des Finanzdatenanbieters Thomson Financial stieg das Volumen von M&A-Abschlüssen mit einem Wert von bis zu 500 Mill. Dollar im vergangenen Jahr gegenüber 2005 um rund zwölf Prozent auf 47,33 Mrd. Dollar im Vergleich zu 2005 an. Damit drehte sich der Trend des ersten Halbjahres, als die Berater in den Banken noch mit einem Rückgang leben mussten und das Volumen gerade einmal zehn Mrd. Dollar betrug.

Doch der verstärkte Schwung im zweiten Halbjahr verblüfft die Banker nicht. Viele Mittelständler fällten ihre Entscheidungen erst, nachdem die Ertragszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr Ende des ersten Quartals veröffentlicht sind, sagt Andreas Nick, Chef des Bereiches M&A bei Sal. Oppenheim (siehe "M&A-Transaktionen im deutschen Mittelstand"). Da eine Transaktion in der Regel sechs bis acht Monate dauere, verschöben sich die Transaktionen oftmals in den Herbst hinein.

Obwohl das neue Jahr erst angelaufen ist, erwartet Nick mit Blick auf den eigenen Vorrat an möglichen Transaktionen ein Jahr 2007, das ähnlich gut läuft wie die letzten zwölf Monate. Für Andreas Raffel, Deutschland-Chef der Investmentbank Rothschild, steht fest: "Die momentan attraktive Preisentwicklung des Wertes der Unternehmen bringt einige Eigentümer zum Nachdenken." Er geht von Verkäufen über alle Branchen aus. Besonderen Konsolidierungsdruck sieht er in der Automobilzulieferer- und in der Konsumgüterindustrie mit dem Schwerpunkt Baumärkte. Attraktive Kreditmärkte, die günstige Konditionen bei der Verschuldung böten, unterstützten zudem Akquisitionen. Das gelte nicht nur für Finanzinvestoren, die aus seiner Sicht 2007 erneut sehr aktiv sein werden. Auch indische Unternehmen interessierten sich verstärkt für deutsche Firmen.

Zudem zeichne sich der deutsche Mittelstand "durch eine neue Offenheit aus", wie Nick betont. Er nutze zunehmend die ganze Palette neuer Finanzierungsarten wie etwa Mezzanine, eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital, um strategische Akquisitionen zu ermöglichen. Gleichzeitig führten die verstärkt auftretenden aggressiven Investoren zu mehr M&A.

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