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01.09.2011

11:22 Uhr

Umfrage

Mittelstand fürchtet neue Wirtschaftskrise

Der Mittelstand in Deutschland ist verunsichert: Laut einer Umfrage befürchten deutlich mehr als die Hälfte der Unternehmer eine neue Wirtschaftskrise. Mit der momentanen Geschäftslage hingegen sind fast alle zufrieden.

Ein Bäcker holt Brote aus dem Backofen: Der Mittelstand fürchtet sich vor einer neuen Wirtschaftskrise. dpa

Ein Bäcker holt Brote aus dem Backofen: Der Mittelstand fürchtet sich vor einer neuen Wirtschaftskrise.

BerlinDer Kurssturz an den Börsen im August hat die Mittelständler in Deutschland stark verunsichert. Auch wenn sich die Geschäftslage kaum eingetrübt hat, sind die Erwartungen dramatisch gesunken. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in der dritten Augustwoche unter 700 mittelständische Firmen.

Danach befürchten 63 Prozent der Unternehmer eine neue Wirtschaftskrise. Mit der momentanen Geschäftslage zeigen sich 94 Prozent zufrieden. Uneingeschränkt gut wird sie von 45 Prozent beurteilt, zu Jahresbeginn waren es 52 Prozent. Für die kommenden sechs Monate rechnen 31 Prozent der Befragten mit einer besseren Geschäftslage, deutlich weniger als am Jahresanfang (52 Prozent). Jetzt gehen 57 Prozent von gleichbleibenden Geschäften aus, 12 Prozent von einem Rückgang.

„Der Aufschwung in Deutschland hat seinen Zenit überschritten, die Geschäftslage ist aber nach wie vor ausgesprochen gut“, sagte der Leiter Mittelstand bei Ernst & Young, Peter Englisch, in Berlin bei Vorstellung der Studie. Anders als es die Unternehmer erwarten, spreche vieles gegen einen Abschwung oder gar eine Rezession.

Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher planen nach eigenen Angaben immerhin 26 Prozent der Befragten, ihre Belegschaft aufzustocken. Lediglich neun Prozent wollen Personal abbauen. Immer mehr Unternehmen müssen laut Ernst & Young Aufträge ablehnen, weil ihnen Personal fehlt.

Mit einer Hochrechnung kamen die Wirtschaftsprüfer auf jährliche Einnahmeausfälle von 33 Milliarden Euro, die allein der deutsche Mittelstand aus diesem Grund hinnehmen müsse. Die Umfrage für das Mittelstandsbarometer von Ernst & Young bei nicht börsennotierten Unternehmen bis zu 2000 Mitarbeitern wird halbjährlich wiederholt.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

01.09.2011, 12:21 Uhr

Was wird denn da nun mit der Fachkräftelüge? Wie soll man denn nun die Löhne weiter drücken?? Oh welch ärger aber auch. Und dabei dachten alle deutschen Politiker, die kommende Weltwirtschaftskrise geht an Deutschland vorbei!!!

Mittelstaendler

01.09.2011, 12:22 Uhr

Die Überschrift und die Einleitung vermitteln ein falsches Bild. Der Bericht wird aber beim weiteren Lesen realistischer. Welchen Mittelstand meint der Autor überhaupt? Auch in der letzten Krise gab es Mittelständler (wie zB. mein Unternehmen), die gar nicht betroffen waren. Die Kollegen, die Zulieferer der Autoindustrie sind, waren sehr betroffen. Es muß also differenziert werden: Bitte verzichten Sie als Handelsblatt auf reisserische Überschriften und berichten differenzierter!

AlexanderBerg

01.09.2011, 19:36 Uhr

Es bedarf nur der Anpassung an die globalen Markt- und Wettbewerbsanforderungen. Mit klassischer Denke ist das jedoch nicht machbar. Der Mittelstand benötigt zeitgemäße Organisationsstrukturen, hin zu schrittweiser Auflösung seiner selbstgeschaffenen Komplexität.

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