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16.04.2012

14:31 Uhr

Umfrage

Mittelstand ist in bester Stimmung

Deutsche Mittelständler haben ihre beste Geschäftslage seit der Wiedervereinigung erreicht. Doch mit der Stimmung wächst auch die Vorsicht. Denn bei den Auftragseingängen sieht es nicht mehr ganz so rosig aus.

Zahnräder an einer Druckmaschine. dpa

Zahnräder an einer Druckmaschine.

BerlinDie Stimmung im Mittelstand hat sich einer Umfrage zufolge trotz Euro-Schuldenkrise und aktueller Konjunkturflaute nochmals verbessert. Wie das Wirtschaftsforschungsunternehmen Creditreform in seiner am Montag veröffentlichten Frühjahrsstudie berichtete, antworteten 58,6 Prozent der befragten Unternehmen auf die Frage nach der aktuellen Geschäftslage mit „sehr gut“ oder „gut“. Im Jahresvergleich habe sich der Wert „noch einmal deutlich erhöht“.

Bei den Auftragseingängen sieht die Lage allerdings nicht mehr ganz so gut aus. So konnte nur noch rund jeder vierte Mittelständler (26,3 Prozent) steigende Auftragseingänge verbuchen, im vergangenen Jahr war es noch jeder dritte. Bei 18,8 Prozent der Betriebe habe sich die Auftragslage verschlechtert (2011: 14,8 Prozent).

Ein Großteil der mittelständischen Unternehmen rechne weiterhin nicht mit einer Kreditklemme. Nur 8,9 Prozent der 4100 befragten kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Deutschland stellten sich in den kommenden Monaten auf eine Ablehnung ihres Kreditantrags ein. „Die Finanzierungsbedingungen dürften sich in der Zukunft etwas entspannen“, heißt es in der Studie.

Allerdings hätten 43,0 Prozent der Unternehmen die Ansicht geäußert, dass sich die Finanzierungsbedingen in den vergangenen Monaten verschärft hätten. Dagegen sprachen 42,7 Prozent der Betriebe von unveränderten Bedingungen. Die Schwierigkeiten beim Zugang zu Fremdkapital liegen nach Angaben der Betriebe in erster Linie beim Wunsch der Kreditgeber nach mehr Sicherheiten. Außerdem habe mit 34,1 Prozent ein Großteil der Firmen über höhere Zinsen geklagt.

Im Zuge der Euro-Schuldenkrise kam es im Bankensektor der Eurozone im vergangenen Jahr zu ernsten Verspannungen, die die Sorge vor einer gefährlichen Kreditklemme schürten. Ende 2011 gab es zeitweise die Befürchtung, dass es zu einer ähnlich schlimmen Finanzkrise wie nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008 kommen könnte. Vor rund drei Jahren hatten Verwerfungen im Finanzsystem teilweise zu einer Kreditklemme und einer schweren Wirtschaftskrise geführt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im November 2011 und im vergangenen Februar mit langfristigen und sehr günstigen Kreditgeschäften bei unbegrenztem Volumen den europäischen Bankensektor
mit rund einer Billion Euro versorgt. Mit den außerordentlichen Maßnahmen bannte die EZB vorerst die Gefahr einer Kreditklemme in der Eurozone.

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