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05.09.2012

12:15 Uhr

Umsatzrückgänge

Schuldenkrise trifft zunehmend deutsche Mittelständler

Die Schuldenkrise schlägt mehr und mehr auf den Mittelstand durch. Laut einer Studie sorgt die Lage in den Krisenstaaten bei einem Drittel der Firmen für sinkende Umsätze. Ein großer Teil blickt skeptisch in die Zukunft.

Mitarbeiterin der Hoppe AG, die Türklinken herstellt: Bei einem Drittel der Unternehmen ist das Geschäft rückläufig. dpa

Mitarbeiterin der Hoppe AG, die Türklinken herstellt: Bei einem Drittel der Unternehmen ist das Geschäft rückläufig.

BerlinDie Rezession in weiten Teilen der Eurozone macht sich zunehmend bei den deutschen Mittelständlern bemerkbar. Bei 30 Prozent der Unternehmen drücke die Lage in den Schuldenländern auf den Erlös, ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. „Die Krise erreicht den deutschen Mittelstand mit einer Verzögerung“, sagte Peter Englisch von Ernst & Young. Der Umsatzrückgang werde in Zukunft noch größer ausfallen. Die Zeiten seien vorbei, in denen sich der Mittelstand von der Krisenentwicklung in Europa abgekoppelt hatte.

Auch in die Zukunft blickten die Unternehmen pessimistisch. Rund jeder zweite Mittelständler (45 Prozent) erwartet laut der Befragung eine Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland - rund jeder Fünfte (22 Prozent) sogar eine Rezession. „Die Konjunkturerwartungen sind dramatisch eingebrochen“, sagte Englisch.

Die größte Gefahr für die Konjunktur sehen die Unternehmen allerdings nicht in der Schuldenkrise, sondern in den hohen Rohstoff- und Energiepreisen. Auch die geringe Stabilität des Finanzsektors machten die Betriebe als Risiko aus.

Finster sehen viele Unternehmen auch die weitere Entwicklung in der europäischen Staatsschuldenkrise. Vier von fünf Unternehmen erwarten, dass sich die Krise weiter zuspitzen wird. Allerdings geht nur jeder vierte Betrieb davon aus, dass die Währungsunion auseinanderbrechen wird.

Trotz allem will jeder fünfte Mittelständler (22 Prozent) in den kommenden Monaten Mitarbeiter einstellen. Hingegen wollten 9 Prozent der Betriebe Personal entlassen.

Für die repräsentative Erhebung wurden 700 mittelständische Unternehmen in Deutschland im August befragt. Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitern wurden telefonisch erhoben. Der „Mittelstandsbarometer“ erscheint seit 2008 halbjährlich.

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dpa

Kommentare (3)

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Guanche

05.09.2012, 13:32 Uhr

Als wenn das was neues wäre, seit 1998 wird der Mittelstand, wie mit einer AXT kaputt geschlagen !
Und Ihr berichtet darüber, als wenn es erst vor zwei Wochen begonnen hätte,tse....

Boltar

05.09.2012, 14:52 Uhr

Der Sinn der Krise ist nichts anderes als die Zerschlagung des Mittelstandes und die schleichende Enteignung des Volkes.
Krisen sind keine Naturphänomene, sondern gesteuerte Ereignisse der Finanz.
Ergo: Cui bono?
Wer etwas anderes behauptet samt seinem akademischen Brett vor dem Kopf und seinem Titel - der lügt und betrügt!
(...)
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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Stillfried

19.09.2012, 15:13 Uhr

Man braucht keine akademische Ausbildung, um zu folgern, daß die mit Mrd versuchte sog.Eurorettung, die die Probleme
nur aufschiebt,aber nicht lösen kann, mittelfristig und brutal in der Realwirtschaft ankommt.Die Umsetzung von Basel III trifft nicht die Banken, die das wirtschaftliche Desaster verantworten, sondern alle produzierenden Unternehmen. Ab 2013 wird es zu namhaften Insolvenzen und dem Verlust von vielen Arbeitsplätzen kommen. Das international verbrannte Finanzvolumen, die aufgtürmten Staatsschulden kann keiner mehr erwirtschaften, und mit dem billigen Geld an Banken macht man alles nur schlimmer, weil die damit ihre maroden Bilanzen und Mrd-Ab-schreib-ungen 'fnanzieren' und der Markt für Unternehmenskredite austrocknet.Die Realwirtschaft und der Steuerzahler büßt für die verantwortlichen Banken, die heute wieder auftreten, als hätten sie mit dem Desaster nichts zu tun.

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