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15.01.2010

09:19 Uhr

Umsatzsteigerung

Olymp-Hemden kann Krise nur wenig anhaben

VonMartin W. Buchenau

Im Jahr der Wirtschaftskrise und des Kaufhaussterbens gelang dem Hemdenhersteller Olymp eine satte Umsatzsteigerung. Das schwäbische Familienunternehmen wächst und investiert in eigene Geschäfte. Wo Branchenkenner die Stärken des Familienunternehmens sehen.

Seit 20 Jahren lässt Olymp bei dem gleichen Partner in Indonesien produzieren. (Quelle: pr) OLYMP

Seit 20 Jahren lässt Olymp bei dem gleichen Partner in Indonesien produzieren. (Quelle: pr)

STUTTGART. Wirtschaftskrise und Kaufhaussterben konnten dem Hemdenhersteller Olymp im vergangenen Jahr nur wenig anhaben. Dem Bietigheimer Familienunternehmen gelang 2009 nach vorläufigen Zahlen eine Umsatzsteigerung um 6,3 Prozent auf 116,3 Millionen Euro. „Wir hatten Anfang des Jahres schon die Hosen voll. Aber wir haben uns gut geschlagen“, sagt Olymp-Chef Mark Bezner dem Handelsblatt. Die Ertragslage bezeichnet er als „zufriedenstellend“. Auch in diesem Jahr geht der Olymp-Chef von einer einstelligen Wachstumsrate aus. Die Lage werde aber nicht einfacher in den nächsten 24 Monaten.

Disponieren ist bei den Schwaben Chefsache: „Noch nie mussten wir mehr umplanen“. Die größten Einbrüche gab es in Russland und Irland mit einem zweistelligen Minus. Aber das Wachstum in Deutschland, wo Olymp zwei Drittel seiner Erlöse erzielt, konnte dies kompensieren.

Millioneninvestitionen in Lieferfähigkeit



Olymp fertigt wie die meisten Konkurrenten in Fernost, vertraut dabei aber seit 20 Jahren dem gleichen indonesischen Partner. Zudem verfügen die Schwaben über ein ausgeklügeltes Logistiksystem. Auch nach Einschätzung von Branchenkennern liefert kein Hemdenhersteller schneller nach als Olymp, wenn ein Modell besonders gut läuft. Als Erfolgsgeheimnis gilt ein straffes Produktprogramm. 50 Prozent des Umsatzes entfällt auf dieses Tagesgeschäft, die andere Hälfte auf Vorbestellungen.



Vor zwei Jahren hat Olymp am Stammsitz ein drittes Stockwerk aufgesetzt und fünf Millionen Euro in ein neues Lager mit 18 000 Quadratmetern Fläche investiert. „Wir halten ein breites Programm vor. Aber die hohen Investition in die Lieferfähigkeit zahlen sich aus“, betont Bezner. In der Preisklasse zwischen 30 und 60 Euro pro Hemd schätzt Olymp seinen Marktanteil auf gut ein Viertel.

Eigene Geschäfts als Antwort auf das Händlersterben

Bewusst verzichten die Schwaben auf das Billig-Segment, konkurrieren mit Brax, Daniel Hechter und Boss, meiden aber die Preisklassen von Edelmarken wie Brioni oder van Laak. Bezner setzt auf das „beste Preis-Leistungsverhältnis“ und stark auf Werbung. Dafür gibt er rund fünf Millionen Euro pro Jahr aus. Über 65 Millionen Werbeseiten wurden 2009 gedruckt, um die Marke im Gespräch zu halten. Nur unter zehn Prozent des Umsatzes entfällt auf Handelsmarken. Wachsen will Bezner neben dem florierenden Geschäft mit Krawatten und Business-Hemden künftig mit Freizeithemden. Bis 2012 peilt er einen Umsatz von 125 Millionen Euro an.

Den Expansionskurs kann sich das Unternehmen leisten. Die Gewinne verbleiben weitgehend im Unternehmen. Die Eigenkapitalquote liegt über 50 Prozent. Die Finanzkraft braucht das Unternehmen auch für den Aufbau eigener Geschäfte, mit dem Olymp dem Händlersterben in Deutschland begegnen will. Zu den bislang 20 Geschäften sollen jährlich bis zu fünf neue Läden hinzukommen.

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