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25.08.2011

14:31 Uhr

Ungünstige Witterung

Schlechte Getreideernte für deutsche Bauern

Die Getreideernte deutscher Bauern fiel im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwölf Prozent auf 39 Millionen Tonnen. Ursache sei die „extrem ungünstige Witterung“ während der gesamten Vegetationsphase.

Die Getreideernte fiel für deutsche Bauern schlecht aus. dpa

Die Getreideernte fiel für deutsche Bauern schlecht aus.

BerlinDie deutschen Bauern haben in diesem Jahr eine äußerst schlechte Getreideernte eingefahren. Die Erntemenge fiel im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwölf Prozent auf 39 Millionen Tonnen, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Beim Raps gab es demnach sogar einen Rückgang um 34 Prozent auf 3,7 Millionen Tonnen. Die „extrem ungünstige Witterung“ während der gesamten Vegetationsphase habe die Ernte auf das Niveau des trockenen und heißen Jahres 2003 fallen lassen, erklärte der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses für Getreide, Klaus Kliem. 

Das Getreide litt laut Kliem bereits bei der Aussaat im Jahr 2010 unter Nässe. Der Winter habe vor allem dem Raps Frostschäden zugefügt. „Das Frühjahr wurde durch Hitze und Trockenheit von März bis Mai zum Sommer, und die Erntezeit ab Ende Juni fiel buchstäblich ins Wasser, vor allem im Nordosten Deutschlands“, beklagte der DBV-Vertreter.

Entspannt wird die Situation für die Bauern etwas durch die Preise. Diese bewegen sich laut DBV beim Brotweizen mit 190 Euro pro Tonne auf dem Vorjahresniveau. Der Rapspreis liege mit 423 Euro pro Tonne sogar knapp 70 Euro oberhalb des Preises, der vor einem Jahr gezahlt wurde. Kliem verwies aber zugleich darauf, dass nur die Bauern Einkommen erzielten, „die auch etwas zu verkaufen haben.“ Zudem hätten die schlechten Erntebedingungen etwa für zusätzliche Trocknung die Kosten erheblich steigen lassen.

Die Obsternte fällt dem Verband zufolge in diesem Jahr „gut durchschnittlich“ aus. Der Apfelernte wird demnach vermutlich etwas größer sein. Die Kirschernte bewege sich auf dem Niveau des Vorjahres. Der Gemüsebau leidet laut DBV noch immer unter der EHEC-Krise. Dies gilt besonders für Gurken, Tomaten und Blattsalate. Die Gesundheitsbehörden hatten zwischenzeitlich zum Schutz vor dem gefährlichen Darmkeim vor dem Verzehr von Salat, ungekochten Tomaten und frischen Gurken gewarnt.

 

Von

afp

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