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24.09.2012

17:29 Uhr

Unternehmen

Wie ein Ankeraktionär helfen kann

VonUlf Sommer

In der Vergangenheit hat sich gezeigt: Unternehmen mit einem starken Großaktionär sind überdurchschnittlich erfolgreich. Denn diese sind oft beiden Interessen verpflichtet: dem Wohl der Firma und dem Aktienkurs.

Kleidung und Bügel des Damenbekleidungsherstellers Gerry Weber auf einem Kleiderständer in einem Kaufhaus. dpa

Kleidung und Bügel des Damenbekleidungsherstellers Gerry Weber auf einem Kleiderständer in einem Kaufhaus.

DüsseldorfDie Vorzüge des langen Atems nutzen, aber auf das billige Geld der Anleger nicht verzichten. Diesen "Königsweg" zwischen familiärer Dominanz und Transparenz an den Kapitalmärkten beschreiten seit Jahren etliche börsennotierte Unternehmen. Dabei überzeugen sie mit hohen Gewinnen und einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung. Das Geheimnis des Erfolgs: ein strategischer Ankerinvestor. Der Autobauer BMW mit den Familien Quandt und Klatten im Rücken steigerte seine Nettogewinne von 2007 - dem bisherigen Rekordgewinnjahr in der deutschen Unternehmensgeschichte - bis 2011 um durchschnittlich 14,1 Prozent.

Der Gesundheitskonzern Fresenius mit der Familie Kröner kam sogar auf 22 Prozent, der familiendominierte Autozulieferer Dürr auf 47 Prozent. Der Lohn: Die Aktienkurse entwickeln sich überdurchschnittlich gut. Gerry Weber etwa, wo die Familien Weber und Hardieck das Sagen haben, verdreifachte den Kurs in den letzten fünf Jahren. Der MDax hingegen, wo Gerry Weber notiert ist, trat unter großen Schwankungen nur auf der Stelle. Fresenius schaffte in den vergangenen fünf Jahren ein Plus von 60 Prozent, der Dax verlor zehn Prozent.

"Bei börsennotierten Familienunternehmen entfällt die Diskrepanz zwischen dem Eigentum der Familie und dem der Aktionäre", sagt Christoph Kaserer, Professor für Finanzmanagement und Kapitalmärkte an der TU München. Solche Probleme entstehen, weil das Management nicht zwangsläufig immer im Interesse der Firmeneigentümer handelt. Doch als Großaktionär sind Familien schon aus persönlichem Gewinnstreben beiden Interessen verpflichtet: dem Eigentum und Wohl der Firma, aber auch dem Aktienkurs. Denn während sich bei vielen Aktiengesellschaften Strategie und Vorstandsvergütung häufig an Fünfjahresverträgen orientieren und das Quartalsdenken große Bedeutung hat, verbinden sich mit der Verflechtung von Familie und Gesamtfirma langfristige Strategien.

Klare Mehrheitsverhältnisse, wie sie bei Familienunternehmen oft gegeben sind, begünstigen kurze Entscheidungswege, um Innovationen schneller umzusetzen. Der Druck der Finanzmärkte wiederum hilft, Fehler rasch zu korrigieren. "Börsennotierte Familienunternehmen vereinen die Vorteile beider Welten", sagt Olaf Wandhöfer von der Unternehmensberatung Bain & Company. "Die Börsennotiz schafft eine positive Transparenz gegenüber den Geldgebern und damit leichteren Zugang zu notwendiger Finanzierung, und die Familie als Ankeraktionär garantiert durch ihre langfristige Bindung den langen Atem in schwierigen Zeiten." Mit "langem Atem" ist ganz besonders das Festhalten an den Mitarbeitern in Krisenzeiten gemeint.

Dieses weit verbreitete Klischee bestätigen die nicht börsennotierten Konzerne eindrucksvoll. Europas 50 Topkonzerne beschäftigten zuletzt 3,97 Millionen Menschen, 109 616 oder drei Prozent mehr als im Vorjahr. Größter Arbeitgeber ist die Rewe-Gruppe mit 323 000 Beschäftigten, 9 500 mehr als Ende 2010. Selbst im Krisenjahr 2009 entstanden unter dem Strich 25 477 neue Arbeitsplätze. Die herausragendsten Zuwächse gab es bei Deutschlands großen Einzelhändlern. Aldi, Lidl (Schwarz-Gruppe), Rewe und Edeka beschäftigten zum Jahreswechsel 1,17 Millionen Mitarbeiter. Das waren 125 000 mehr als vor fünf Jahren.

Kommentare (1)

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03.09.2013, 19:39 Uhr

"Bei börsennotierten Familienunternehmen entfällt die Diskrepanz zwischen dem Eigentum der Familie und dem der Aktionäre", sagt Christoph Kaserer, Professor für Finanzmanagement und Kapitalmärkte an der TU München. Solche Probleme entstehen, weil das Management nicht zwangsläufig immer im Interesse der Firmeneigentümer handelt. Doch als Großaktionär sind Familien schon aus persönlichem Gewinnstreben beiden Interessen verpflichtet: dem Eigentum und Wohl der Firma, aber auch dem Aktienkurs. Denn während sich bei vielen Aktiengesellschaften Strategie und Vorstandsvergütung häufig an Fünfjahresverträgen orientieren und das Quartalsdenken große Bedeutung hat, verbinden sich mit der Verflechtung von Familie und Gesamtfirma langfristige Strategien."

Einfach mal die Passage aus einem 2 Jahre altem Artikel eins zu eins wiederverwendet: http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/firmen-mit-ankeraktionaeren-solide-konzerne-sind-an-der-boerse-billig-seite-all/3555046-all.html

Thema ähnelt sich aber ein Verweis wäre sinnvoll gewesen zur Lektüre etc. so bleibt eher der Eindruck des Recyclings..Schade..

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