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03.03.2012

14:33 Uhr

Unternehmensgründung

Deutsche Goldgräberstimmung in China

VonUlrike Heitze

Deutsche Firmen in China sind Alltag, deutsche Gründer hingegen sind vergleichsweise rar. Die Volksrepublik ist ein spannender, aber kein einfacher Markt für junge Unternehmer. Ein Sinn für Improvisation ist hilfreich.

Doris Rathgeber betreibt Praxen in Schanghai. laif

Doris Rathgeber betreibt Praxen in Schanghai.

SchanghaiDie erlösende Nachricht kam von einem chinesischen Freund per SMS: Die Bezirksverwaltung wird grünes Licht geben für Doris Rathgebers neue Klinik für traditionelle chinesische Medizin in Schanghais Finanzdistrikt Pudong. Das war zwar noch keine offizielle Genehmigung, aber eine Zusage, von jemandem, der etwas zu sagen hat - und damit genauso verlässlich. Diese Nachricht lässt die deutsche Ärztin wieder ruhig schlafen, denn ihre Investitionen liefen schon auf Hochtouren. Und eigentlich war für Pudong keine weitere Vergabe von Kliniklizenzen vorgesehen.

Aber dass "eigentlich" im chinesischen Wirtschaftsleben ein sehr dehnbarer Begriff ist, weiß die 45-jährige nach mittlerweile acht Jahren als Unternehmerin in Schanghai. "Alles eine Frage der Auslegung", sagt die Chefin von 70 Mitarbeitern in ihren demnächst vier Kliniken und Praxen. Während in Deutschland alles genehmigt sein muss, bevor es mit Investitionen oder Bauvorhaben überhaupt losgeht, fallen in China Entscheidungen oft erst, wenn ein Projekt längst angelaufen ist. Unternehmerin Rathgeber: "In der Zwischenzeit muss man mit dem erhöhten Risiko leben."

Befeuert vom aktuellen Fünf-Jahres-Plan der Zentralregierung (siehe "Gründungschancen"), boomt China nach wie vor - auch bei ausländischen Unternehmen. Allein von Januar bis Ende Oktober 2011 wurden über 22.000 Unternehmen von Ausländern gegründet. Die Mehrzahl stammt aus den Nachbarregionen Singapur, Hongkong oder Malaysia, von wo aus auch viele europäische Unternehmer ihre China-Geschäfte starten. Aber mit knapp 1400 neuen Firmen belegen die europäischen Länder Platz zwei - vor den USA.

Während es mittlerweile knapp 6000 deutsche Unternehmen in China gibt, ist die Zahl der deutschen Selbstständigen darunter nur schwer zu ermitteln. Expertenschätzungen gehen von einigen Hundert aus, die an der fernöstlichen Goldgräberstimmung partizipieren. In Schanghai etwa, Chinas zweitgrößter Metropole mit 18 Millionen Einwohnern, "herrscht eine unglaubliche Energie, die einen inspiriert - oder überfordert", sagt Doris Rathgeber.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

03.03.2012, 15:37 Uhr

Jaja sicher, China hier und china da. China ist die grösste Blase die es momentan wohl in Sachen Wirtschaft gibt. Ich selbst zertifiziere Unternehmen und kenne eine Vielzahl mittlerer bis sehr grosser Unternhemen die dorthin ausgelagert, expandiert (whatever) haben und das Fazit ist überall gleich: "Nie wieder!". Vom PReis her alles wunderbar, keinerlei Umweltbestimmungen die einem das Geschäft vermiesen können. Giftige Chemikalien kein Problem, egal wer das Zeug konsumiert so lange es am besten nicht im Inland verkauft wird und wehe jemand bekommt mit dass das Unternehmen aus Europa kommt, dann geht die Kasse auf und man wird zur selben gebeten auf amtlichem Weg. Ansonsten ein Chaotentum hoch 10.

China und co? kann ich nur von abraten wenn man langfristig etwas auf seriöser Ebene machen möchte.

Petermueller

03.03.2012, 15:55 Uhr

@ karstenberwanger
Sie waren aber nochnie in China..bzw haben dort gearbeitet!
Sonst würden Sie nicht so einen schwachsinn labern!!

weltenbrand

03.03.2012, 16:38 Uhr

@ Petermueller

So,so -mensch muss also dort gewesen sein, um sich die Mutter aller Blasen "anzuschauen" - schon mal was von "You Tube" gehört???

http://www.youtube.com/watch?v=rPILhiTJv7E

Der einzige, der aber anscheinend auch gar nichts mehr mitbekommt, sind SIE!

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