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09.04.2012

10:49 Uhr

Unternehmerstudie

Berlin ist auch die Hauptstadt der Firmengründer

Berlin führt den bundesweiten Vergleich der Quoten von Firmengründungen im Bezug auf die Bevölkerung an. Doch die Volkswirte der KfW-Bankengruppe warnen: Viele Unternehmen würden aus Mangel an Alternativen gegründet

Blick auf den Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz. In der Hauptstadt gründen die meisten Einwohner ihr eigenes Unternehmen. dpa

Blick auf den Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz. In der Hauptstadt gründen die meisten Einwohner ihr eigenes Unternehmen.

Berlin ist bei der Quote der Firmengründungen im bundesweiten Vergleich ganz vorn. „Zwischen 2006 und 2010 liegt Berlin deutlich an der Spitze aller Bundesländer“, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch dem Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. Bezogen auf die Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren liege die Quote der Gründer in Berlin bei 2,7 Prozent, hieß es mit Verweis auf Berechnungen der bundeseigenen KfW-Bankengruppe. In Hamburg waren es 2,5 und in Bremen 2,0 Prozent.
„In Stadtstaaten gibt es einen großen Absatzmarkt, genügend Arbeitskräfte und kurze Transportwege“ begründete Irsch das Phänomen. Allerdings starteten viele Unternehmen aus Mangel an Alternativen. So gebe es auch viele „Notgründungen von Leuten, die sonst keine Perspektive sehen, ihr Einkommen aufzubessern“, betonte er.

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So wurden aus diesem Grund zwischen 2006 und 2010 in Berlin, Bremen und Hamburg 43 Prozent der neuen Unternehmen gegründet. In den Flächenländern lag dieser Anteil bei 34 Prozent.
Der Senat verspricht sich trotzdem viel von der derzeitigen Entwicklung. „Es gibt einen Gründungsboom, der sich selbst trägt und immer neue Gründer anlockt“, sagte der frühere Geschäftsführer für Bildung bei der IHK Berlin und Wirtschaftsstaatssekretär Christoph von Knobelsdorff (CDU). Allerdings werde „vermutlich nicht jede Internet-Firma das nächste Google sein“, schränkte er ein.

Alternative Geldquellen für Gründer

Venture-Capital-Gesellschaften

Ist die Aussicht auf Geschäftserfolg mehr als riskant, benötigt ein Start-up Wagniskapital - das wird auch hierzulande englisch "Venture Capital" (VC) genannt. Das Geld stellen VC-Beteiligungsgesellschaften bereit, die kurzfristig in eine Unternehmensgründung investieren, um irgendwann mit einer Rendite wieder auszusteigen.

Das muss keineswegs zum Nachteil des Unternehmers sein: Der Kapitalgeber unterstützt das Management beim Aufbau eines Netzwerks oder bei der Suche nach Personal - nicht zuletzt, um den Erfolg der eigenen Investition sicherzustellen.

Wie man an Venture-Capital-Gesellschaften kommt

Die Beteiligung von Venture Capitalists an Start-ups liegt zumeist bei weniger als 30 Prozent. Der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) bietet zur Suche nach VC-Gebern eine Online-Datenbank an und hilft, einen Businessplan zu erstellen: www.bvkap.de.

Business Angels

Business Angels nennen sich erfahrene Unternehmer, Manager oder Investoren, die ihr institutionelles oder privates Portfolio um ein paar riskantere Geschäfte bereichern wollen. Der Vorteil, einen Business Angel an der Hand zu haben, liegt im Engagement seines Investments: Während der Gründungsphase unterstützen sie den Jungunternehmer nicht nur mit Kapital, sondern auch mit ihrer Erfahrung und den nötigen Kontakten.

Wie man an Business Angels kommt

In Deutschland gibt es etwa 40 Clubs von Business Angels, die regelmäßig Unternehmensgründer einladen, um ihre Businesspläne vorzustellen. Hier finden Interessierte Clubs in der Nähe und Tipps zur Einladung: www.business-angels.de.

Öffentliche Fördergelder

Die sicherste Art, an Geld zu gelangen, ist, die Fördertöpfe von Ländern, Bund oder der EU anzuzapfen. Der Nachteil: Es dauert oft Monate, bis das Geld fließt. Denn die Zuschüsse können in den meisten Fällen nur die eigenen Hausbanken beantragen, die bürokratischen Mühlen tun ihr Übriges, um auch die beste Geschäftsidee vorübergehend zum Stillstand zu bringen. Allerdings sind die Töpfe auch in Krisenzeiten stets gut gefüllt. Deshalb sind sie es somit wert, von Gründern unter die Lupe genommen zu werden.

Wie man an öffentliche Fördergelder kommt

Einen Überblick über öffentlich geförderte Finanzierungsmöglichkeiten bietet die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie: www.foerderdatenbank.de

Von

dpa

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