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17.01.2011

10:16 Uhr

Veltins

Die pflichtbewusste Bierkönigin aus dem Sauerland

VonSusanne Schier

Eigentlich wollte Rosemarie Veltins Kinderärztin werden. Aber sie stellt sich dem eigenen Familienbetrieb und knackt eine echte Männerbranche, die die Brauereiindustrie einst war. Den Männern hat Rosemarie Veltins längst gezeigt, wie eine erfolgreiche Brauerei geführt wird. Ihr Motto: "Wir wollen nicht die Größten werden, sondern die Schönsten bleiben."

Ganz von Hand kam abgefülltes Veltins einst in die Bierkästen. Veltins

Ganz von Hand kam abgefülltes Veltins einst in die Bierkästen.

FRANKFURT. Es ist ein idyllisches Örtchen im Sauerland und Anziehungspunkt für Erholungssuchende: Grevenstein, kaum 1 000 Einwohner, hat beschauliche Fachwerkhäuser und ist umgeben von Hügeln und grünen Wiesen. Nur ein Gebäude fällt hier auf: Am Ortsrand ragen die mächtigen Brauereianlagen von Veltins aus dem Ortsbild. Schroffer Fels umrahmt die Brauerei, der Berg wurde gesprengt, um Platz zu machen für die Erweiterung.

Durchgesetzt hat dies Rosemarie Veltins, die Ur-Enkelin von Clemens Veltins. Ohne Probleme hätte sie die Produktion an andere Orte verlagern können. Doch wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, bleibt sie hartnäckig. Sie fühlt sich ihrer Heimat verbunden.

Mit Bodenständigkeit und Durchsetzungskraft schafft sie, was nur wenigen in ihrer Branche gelingt: Sie baut die Landbrauerei ihrer Vorfahren zu einer der größten deutschen Premium-Pils-Brauereien auf. Noch heute bietet Veltins den internationalen Konzernen die Stirn.

Ihren Wunsch, Kinderärztin zu werden, gibt die pflichtbewusste Frau auf und tritt im Alter von nur 26 Jahren das Erbe ihres Vaters Carl Veltins an. 1964 steigt sie in die Familienbrauerei ein. Viel Zeit hat Rosemarie Veltins nicht, sich darauf vorzubereiten. Bis zu ihrem Eintritt ins Unternehmen sammelt sie nach Landfrauen- und Hauswirtschaftsschule nur je ein Jahr Berufserfahrung in einer Bank und einer Brauerei.

Auch wenn ihr der Vater ein mustergültiges Unternehmen mit moderner Technik und fachkundigem Personal hinterlässt, ist der Anfang nicht einfach für die junge Frau in dieser Männerdomäne. Die meist männlichen Bierkenner machen die Geschäfte gerne unter sich aus.

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