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27.02.2004

14:32 Uhr

Verschuldung droht

Handwerk fürchtet Ausbildungsplatzabgabe

Aus Sicht des deutschen Handwerks wird eine Ausblidungsplatzabgabe eine steigende Jugendarbeitslosigkeit und eine Aushöhlung des dualen Ausbildungssystems nach sich ziehen.

HB MÜNCHEN. „Die Ausbildung über den Bedarf des Betriebes hinaus wird weniger werden“, sagte Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), am Freitag vor Beginn der Internationalen Handwerksmesse I.H.M. (4. bis 10. März) in München. Er bezeichnete die Abgabe als Strafsteuer, welche für die Betriebe zu einem steigenden Insolvenzrisiko führe.

Schleyer verwies auf das Beispiel Bauwirtschaft, wo im Tarifvertrag eine Ausbildungsumlage vereinbart worden war. Dennoch sinke die Zahl der Lehrlinge seit Jahren. 2003 war die Zahl der neuen Lehrverträge im deutschen Handwerk um drei Prozent auf 171 800, die Zahl der Auszubildenden um 4,9 % auf 503 000 zurückgegangen. Heinrich Traublinger, Präsident des Bayerischen Handwerkstages, beklagte die nachlassende Ausbildungsfähigkeit durch die mangelnde Schulbildung der Jugendlichen. „Die Wirtschaft hat eine Verantwortung zur Ausbildung, aber der Staat hat die Verantwortung, uns geeignete Jugendliche zur Verfügung zu stellen.“

Die I.H.M. leidet weiterhin unter der Krise im Handwerk. Knapp 1800 Aussteller haben sich angemeldet und damit rund 100 weniger als 2003. Auch die Zahl der Ausstellungshallen wurde um eine auf zehn reduziert. Das spiegle die Situation der Betriebe wider, hieß es. Nach einem Umsatzrückgang von drei bis vier Prozent im vergangenen Jahr werde mit einem weiteren Minus für 2004 gerechnet. „Vor allem angesichts der sehr unterschiedlichen Entwicklung der Branchen fehlt es im Handwerk weiter an Vertrauen in einen anstehenden Aufschwung“, betonte Schleyer. Die I.H.M. gilt als Leitmesse des Handwerks.

Der ZDH geht davon aus, dass in diesem Jahr angesichts erwarteter Umsatzrückgänge um ein bis zwei Prozent nochmals bis zu 150 000 Arbeitsplätze wegfallen. Bereits im vergangenen Jahr seien im Zuge der anhaltenden Konjunkturschwäche rund 200 000 Stellen abgebaut worden.

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