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05.01.2004

11:00 Uhr

Viele reden über Firmenkultur, Hilti lebt sie – mit allen Konsequenzen

Hilti: Bohre und lobe

VonDirk Hinrich Heilmann (Handelsblatt)

Eigentlich könnte man lachen über die Tafel im Hilti-Werk 3: „Ziel: Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit“ steht da auf einem weißen Kärtchen. Wie das geht? Steht drunter: „Einzelne Schritte: spontane Würdigung (Loben)“ und „Dauer: laufend“.

SCHAAN. Auch darüber ließe sich lästern – wenn beim Liechtensteiner Hersteller von Geräten für den Bau-Profi nicht das Jahresgehalt von diesen scheinbaren Allgemeinplätzen abhinge.

„Coach-Tafel“ heißt das weiße Brett. Hier bekommen die „Coaches“ – in herkömmlichen Fabriken würde man sagen „Meister“ – für alle sichtbar ihre Ziele vorgegeben.

Während bei anderen Konzernen teure Management-Klausurtagungen enden mit dem lauen Vorsatz „Wir müssen mehr loben“, meint Hilti es ernst. Belohnung: Vergangenes Jahr erhielten die Liechtensteiner den Carl-Bertelsmann-Preis für vorbildliche Unternehmenskultur.

Bei Hilti weiß jeder, welches Verhalten von ihm erwartet wird – aber auch, dass seine Leistung permanent kontrolliert wird. Das gilt für die „Coaches“ genauso wie für jeden Arbeiter aus deren Teams.

Für sie ist ein Din-A4-Bogen voller Grafiken an der „Coach-Tafel“ maßgeblich: der „Cockpit-Chart“. Es weist aus, wie schnell das Team im vergangenen Monat die Aufträge abgearbeitet hat, wie viele Fehler bei der Endkontrolle entdeckt wurden, aber auch, wie ordentlich der Arbeitsplatz war und wie hoch die Krankenquote. Und: Der Chart entscheidet über den Jahresbonus.

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