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04.04.2006

14:42 Uhr

Vier Fragen an Ralph Mühleck

„An erster Stelle steht der Markt“

VonDie Fragen stellte Joachim Weber

Deutschland gehört laut Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung nicht zu den Standort-Favoriten deutscher Familien-Unternehmen. Ralph Mühleck, Geschäftsführungsvorsitzender von Weber-Haus, im Gespräch mit dem Handelblatt über die Gründe.

Handelsblatt: An der Spitze des Länderindex stehen vier Industriestaaten. Auf den ersten Blick sind sie nicht die Standort-Favoriten deutscher Familien-Unternehmen. Welche Messlatte legt der Mittelstands-Unternehmer an?

Mühleck: Viele von uns produzieren immer noch überwiegend im Inland. Im Ausland legt der Mittelständler vor allem Wert auf den Markt: Will ich dorthin? Habe ich dort Chancen? Danach beiße ich mich durch – ganz gleich, welche Bedingungen herrschen. Im Zuliefer-Bereich gibt es natürlich auch die Situation, dass Unternehmen ihren großen Kunden wohl oder übel ins Ausland folgen müssen.

Selbst da, wo wir uns im Vorteil wähnen, bei der Produktivität und Qualität der Mitarbeiter, erreicht Deutschland im Länder-Ranking nur einen mittleren Platz. Deckt sich das mit ihren Erfahrungen?

Nicht so ganz. Wir halten nicht ohne Grund am Produktions-Standort Deutschland fest. Unser duales Berufsbildungs-System bringt Fachkräfte hervor, die wir in andern Ländern nicht finden. Deswegen montieren wir unsere Fertighäuser im europäischen Ausland oft mit unseren eigenen Leuten.

Wie ist es beim leidigen Thema Bürokratie und Regulierung?

Da müssen wir unterscheiden zwischen der Regulierung im Lande und der nach außen gerichteten, die uns in der Regel betrifft. Da erleben wir auch im vereinigten Europa so manche Überraschung. Uns erscheint die Dichte der Vorschriften etwa in Frankreich noch viel intensiver als in Deutschland. Nur: Die Franzosen gehen lockerer damit um.

Was bringt den Familienunternehmer so richtig auf die Palme?

Wenn man uns Familienunternehmer in die selbe Ecke stellt wie die Herren der großen Dax-Unternehmen. Wir sind mit vollem Risiko und unserem Vermögen dabei. Und wir betrachten unsere Mitarbeiter als Teil der Familie, versuchen also, möglichst gut mit ihnen umzugehen.

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