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08.06.2012

06:58 Uhr

Vom Genossen zum Uefa-Partner

Intersport hängt die Konkurrenz ab

VonJoachim Hofer

Der Verbund von Sporthändlern expandiert auf der ganzen Welt. Damit wird Intersport auch als Partner für Verbände und großen Konzerne attraktiver. Bestes Beispiel: Der Deal mit der Uefa zur EM.

Eine Intershop-Filiale. Intersport

Eine Intershop-Filiale.

Am Freitag wird es ernst für die Intersport-Mitarbeiter in Polen. Mit dem Beginn der Fußball-Europameisterschaft muss das Geschäft in den Shops der Stadien und auf den Fanmeilen laufen. Denn dann wollen Tausende Zuschauer Trikots, Fähnchen und Tröten kaufen.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Intersport als Partner des europäischen Fußballverbands Uefa in Polen so aktiv ist. Im Kern ist Intersport eine Genossenschaft, die unabhängigen und zumeist kleinen Sporthändlern in Deutschland und einigen anderen westeuropäischen Staaten gehört. Die haben in dem Verbund einst nur ihren Einkauf gebündelt. Doch schon vor Jahren haben die Ladenbesitzer mit der in Bern angesiedelten Intersport International Corp. (IIC) eine Dachgesellschaft gegründet, mit der sie jetzt weltweit expandieren und zum attraktiven Partner für Sportverbände und große Sportkonzerne werden. Inzwischen ist Intersport in 40 Ländern vertreten und damit so weit verbreitet wie keine andere Marke im Sporthandel.

Umsatzkönige im deutschen Sportmarkt

Runners Point

Sieben Prozent mehr als in 2010, und somit 155 Millionen Euro setzte Runners Point in 2011 um.

Globetrotter

Der Outdoor-Ausrüster konnte seine Umsätze von 2010 auf 2011 um 9 Prozent steigern. Rund 250 Millionen Euro setzte Globetrotter im letzten Jahr um.

Karstadt

Rund 440 Millionen Euro nahm Karstadt 2011 im Sportbereich ein. Im Vergleich zu 2010 sind das drei Prozent weniger.

Kaufhof

Auch in der Sportabteilung von Kaufhof gingen die Umsätze zurück. Sie schrumpften von 2010 auf 2011 um sechs Prozent. Mit 500 Millionen Euro macht das Unternehmen unter den Sporthändlern dennoch den dritten Platz.

Sport 2000

Rund 1,49 Milliarden Euro setzte Sport 2000 im letzten Jahr in Deutschland um. Das sind drei Prozent weniger als noch in 2010.

Intersport

Vier Prozent weniger als in 2010 hat Intersport im vergangenen Jahr umgesetzt. Mit 2,7 Milliarden Euro ist das Unternehmen aber immer noch mit großem Abstand an der Spitze.

Sonstige

Die übrigen Sporthändler machten insgesamt zwei Prozent Umsatz weniger als in 2010 und landen zusammen bei 2,34 Milliarden Euro.

Den genossenschaftlichen Wurzeln sei die IIC aber immer treu geblieben, sagt Franz Julen, der Chef der IIC. "Wir sind Mittelständler und stehen für eine gewisse Bodenhaftung." Der Schweizer treibt die Internationalisierung von Bern aus voran. Weil die Genossen weder willens sind noch das Geld haben, um eigene Läden in fernen Ländern aufzubauen, vergeben sie Lizenzen. Meist bekommen große Händler den Zuschlag, die bereits Märkte von anderen bekannten Labels wie Ikea oder Toys"R"Us betreiben.

Intersport

Vergangenheit

Das vergangene Jahr ist nicht gut gelaufen für Intersport. Weltweit ging der Umsatz um zwei Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zurück. DAs lag vor allem am schwachen Europageschäft.

Gegenwart

Nach einem schwachen Jahresstart laufen die Geschäfte gut, bis Ende April lag der Verbund weltweit vier Prozent im Plus. Offenbar haben die Menschen auch in wirtschaftlich angeschlagenen Ländern Lust auf Sport, selbst in Griechenland sind die Erlöse geklettert.

Zuletzt ist Intersport so in Länder wie Südkorea, China, Ägypten oder den Libanon vorgedrungen. Insgesamt gibt es inzwischen 5 400 Verkaufsstellen, in denen vergangenes Jahr für 9,9 Milliarden Euro Turnschuhe, Trikots und Badehosen über die Tresen gingen. Experten loben diesen Kurs. "Die Händler in den einzelnen Ländern geben der Berner Zentrale weitgehend freie Hand. Das ist genau der richtige Weg", meint der in der Sportbranche erfahrene Unternehmensberater Franz Maximilian Schmid-Preissler.

Allerdings schauen die deutschen Ladeninhaber genau hin, was im Berner Hauptquartier so vor sich geht. Denn der Chef von Intersport Deutschland, Klaus Jost, führt den Aufsichtsrat der IIC. Seine Stimme hat Gewicht, schließlich stehen die deutschen Händler für mehr als ein Viertel der gesamten Erlöse der Gruppe.

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