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21.03.2012

14:52 Uhr

Wachstumschancen

Firmen sollten den Schritt ins Ausland wagen

VonAndreas Schulte

Für Mittelständler zahlt sich das Erschließen internationaler Märkte oft in barer Münze aus: Sie machen im Schnitt bessere Geschäfte als national ausgerichtete Firmen. Denn sie sind nicht nur von einem Markt abhängig.

Hongkong: Der Elektronikhersteller Weidmüller gründete hier eine neue Vertriebsgesellschaft. AFP

Hongkong: Der Elektronikhersteller Weidmüller gründete hier eine neue Vertriebsgesellschaft.

KölnErst im vergangenen Dezember hat Weidmüller erneut in China investiert: In Hongkong gründete der Detmolder Elektronikhersteller eine neue Vertriebsgesellschaft. Seit 1994 ist das Unternehmen bereits in China vertreten – inzwischen beschäftigt Weidmüller dort rund 1000 Mitarbeiter. Weiteres Wachstum steht auf dem Plan: „Wir werden unser Engagement den sich verändernden und steigenden Bedürfnissen in diesem Markt anpassen“, sagt Vorstandssprecher Peter Köhler.

Mit der erfolgreichen internationalen Ausrichtung steht Weidmüller nicht alleine: Unternehmen, die im Ausland engagiert sind, machen bessere Geschäfte als nur national agierende Firmen. Das ist eines der Ergebnisse des Mittelstandsbarometers 2012 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, einer Befragung von 3000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

63 Prozent der international tätigen Firmen beurteilen ihre Geschäftslage als „gut“. Bei den Mitbewerbern, die nicht im Ausland agieren, sind es nur rund 50 Prozent. Der Grund: „Im Ausland aktive Unternehmen sind nicht abhängig von nur einem Markt. Sie haben sich breiter aufgestellt und Zugang zu größeren Zielgruppen“, sagt Studienleiter Peter Englisch.

Allein in den vergangenen beiden Monaten konnten 56 Prozent der international aufgestellten Firmen ihren Umsatz steigern. Fast jedes dritte Unternehmen plant Neueinstellungen. Bei den auf den Heimatmarkt beschränkten Betrieben vermeldeten 37 Prozent wachsende Erlöse – nur jeder Fünfte will neue Stellen schaffen.

Allerdings bietet nicht jede Unternehmensstruktur eine solide Basis für Auslandsgeschäfte. Vor allem die Firmengröße ist entscheidend. Jeder zweite große Mittelständler mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro ist im Ausland aktiv. Bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 30 Millionen Euro ist es nur jeder Neunte.

Doch wer wachsen will, muss global aufgestellt sein: Familienunternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten setzen bereits jeden zweiten Euro im Export um, hat das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn in einer aktuellen Umfrage ermittelt. Die wichtigsten Exportländer sind aus deutscher Sicht Frankreich, China und die USA. In den nächsten drei Jahren werde China Frankreich als wichtigsten Handelspartner ablösen, so die Einschätzung der Firmen.

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