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02.06.2016

06:00 Uhr

„Erstaunlich guter Jahresstart“

Der Handel mit Ägypten wächst

VonDana Heide

Der Handel zwischen Ägypten und Deutschland hat deutlich zugenommen. Die gesamte Region Nordafrika mit Tunesien, Algerien und Marokko, stabilisiert sich laut DIHK. Das ist auch ein gutes Zeichen in der Flüchtlingskrise.

Von Ägypten machen sich viele Flüchtlinge auf den Weg nach Europa. Reuters

Straßenszene in Kairo

Von Ägypten machen sich viele Flüchtlinge auf den Weg nach Europa.

Für Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) spielt Ägypten in der Flüchtlingskrise eine wichtige Rolle. Für viele Menschen ist das Land Zwischenstation auf ihrem Weg nach Europa. Wenn Ägypten stabil ist, hilft das auch dabei, dass weniger Flüchtlinge es wieder verlassen, so die Rechnung von Müller. Erst im Dezember war er nach Kairo zu einem Gespräch mit Ägyptens Präsident Abdelfattah Al-Sisi gereist, am heutigen Donnerstag statten ihm seine ägyptische Amtskollegin Sahar Nasr und der ägyptische Handelsminister Tareq Qabil in Berlin einen Gegenbesuch ab. Bei einem Round-Table-Gespräch im Haus der Wirtschaft sind auch Vertreter großer Unternehmen und der AHK mit dabei, um auszuloten, welchen Beitrag deutsche Firmen bei der wirtschaftlichen Entwicklung leisten können.

So profitieren Mittelständler von der Globalisierung

Wachstumstreiber

Die Weltexporte sind weitaus stärker gestiegen als die nationalen Bruttoinlandsprodukte. Die Globalisierung war und bleibt auch in Zukunft ein Wachstumstreiber.

(Quelle: Hermann Simon, "Hidden Champions - Aufbruch nach Globalia")

Kaufkraft

Die Musik wird weiterhin in Amerika und Europa spielen. Das gilt nicht nur für die Höhe der Bruttoinlandsprodukte, sondern auch für deren absolute Zuwächse. Hinzu kommt China als dritter Pol mit dem größten Zuwachs an Kaufkraft. Viele weitere Regionen werden an Bedeutung gewinnen, aber dennoch im Jahr 2025 deutlich hinter diesen drei Polen der Weltwirtschaft zurückbleiben.

Marktposition

Deutsche Mittelständler, die im globalen Wettbewerb mithalten wollen, müssen die erste Priorität darauf legen, ihre Marktpositionen in Europa und den USA zu halten beziehungsweise in vielen Fällen die Position in den USA zu stärken.

Marktstellung

An zweiter Stelle steht der Aufbau starker Marktstellungen in China und Indien.

Perspektive

ASEAN, Osteuropa/Russland, Lateinamerika und längerfristig Afrika bieten ebenfalls attraktive Wachstumsperspektiven. Die treibende Kraft in Afrika ist dabei die Bevölkerungsexplosion. Die Nutzung all dieser Chancen beinhaltet für Mittelständler eine Herkulesaufgabe.

Rückschläge

Trotz der grundsätzlich optimistischen Einschätzung lassen sich Rückschläge in der Globalisierung - insbesondere im Zuge von Krisen - nicht ausschließen. Protektionismus, Globalisierungsgegner oder die Bevorzugung nationaler Champions können den freien Handel behindern.

Die richtige Balance

Die Welt ist zwar "flacher" als vor 20 Jahren, aber "flach" ist sie bis heute nicht. Regionale, nationale und lokale Unterschiede werden weiter bestehen. Es geht deshalb auch in Zukunft darum, die richtige Balance zwischen Standardisierung und Differenzierung zu finden. Mittelständler dürften hier im Vorteil sein, da sie im Hinblick auf die resultierenden Anpassungsnotwendigkeiten flexibler sind als Großunternehmen.

Die Zahlen jedenfalls stimmen optimistisch. „Bei den deutsch-ägyptischen Wirtschaftsbeziehungen gab es einen erstaunlich guten Jahresstart“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier dem Handelsblatt. Im ersten Quartal 2016 sind die deutschen Ausfuhren nach Ägypten mit rund einer Milliarde Euro um 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gewachsen.

Bei den Ausfuhrgütern steht der Maschinen- und Kraftwerksbau an erster Stelle. „Ägypten hat in den vergangenen Monaten mehrere große Infrastrukturprojekte angeschoben, an denen sich auch deutsche Unternehmen beteiligen“, betonte Treier.

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Laut DIHK stabilisiere sich aber nicht nur Ägypten, sondern die gesamte Region Nordafrika langsam. Knapp die Hälfte der im aktuellen AHK World Business Outlook befragten Unternehmen in Nordafrika, also Ägypten, Tunesien, Algerien und Marokko, bewertet die gegenwärtige Geschäftslage als gut. „An einigen Stellen haben sich zuletzt Verwaltung und Sicherheitslage spürbar verbessert“, sagte Treier. „Allerdings sind die Hoffnungen auf große Wachstumssprünge angesichts des niedrigen Ölpreises noch gedämpft.“

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