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15.04.2015

09:00 Uhr

Indien gegen China

Das Duell der Giganten

VonTorsten Riecke

Jahrelang verfolgte Indien neidisch den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas. Nun hat Delhi beim Wachstum die Nase vorn. Einfach kopieren lässt sich der Erfolg Chinas nicht. Indien braucht ein eigenes Entwicklungsmodell.

China präsentiert sich gerne als Industriemacht - das Reich der Mitte will nicht mehr nur verlängerte Werkbank der entwickelten Industrieländer sein. dpa

China präsentiert sich gerne als Industriemacht - das Reich der Mitte will nicht mehr nur verlängerte Werkbank der entwickelten Industrieländer sein.

Messen sind Schauplätze, manchmal aber auch Plätze für Schaukämpfe. Hannover ist in diesen Wochen Schauplatz eines globalen Kräftemessens. Auf der IT-Messe Cebit zeigte Mitte März das Partnerland China seine digitalen Muskeln und präsentierte sich als künftige Internet-Großmacht. Am gestrigen Sonntagabend konterte Indien auf der Hannover Messe: Premierminister Narendra Modi eröffnete die Schau mit dem Versprechen, aus seinem Land einen modernen „Industrie-Hub“ zu machen.

Der Auftritt der beiden Giganten auf den beiden wichtigsten Wirtschaftsmessen in der norddeutschen Tiefebene hat gleich eine doppelte Symbolik: China und Indien ringen im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit nicht nur um die ökonomische Vormacht unter den Schwellenländern. Dass sich China auf der Cebit als Kreativstandort und Indien auf der Hannover Messe als Industriemacht präsentieren, zeigt zugleich Ambition und Abstand zwischen den beiden Rivalen: Das Reich der Mitte will nicht mehr nur verlängerte Werkbank der entwickelten Industrieländer sein, sondern auch in der Informationsgesellschaft eine führende Rolle spielen.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

„China soll von einer Made-in-China-Wirtschaft zu einer Created-in-China-Wirtschaft werden“, gab kürzlich der chinesische Vize-Finanzminister Shi Yaobin im Handelsblatt das Ziel vor.

Indien hat sich zwar als IT-Dienstleister bereits einen Namen gemacht, das verarbeitende Gewerbe liegt international jedoch weit zurück. Während die Industrie in China mehr als 40 Prozent zur Wirtschaftsleistung beiträgt, sind es auf dem indischen Subkontinent gerade einmal 16 Prozent. Premier Modi will den Anteil in den nächsten Jahren auf mindestens ein Viertel steigern.

Die Chancen, dass die Aufholjagd gelingt und es zu einem echten Duell mit dem Rivalen China kommt, sind besser denn je. Von den berühmten BRIC-Ländern steht Indien im Moment am besten da. Brasilien steckt mitten in einer tiefen politischen und ökonomischen Krise. Die Wirtschaft wird vermutlich in den kommenden zwei Jahren schrumpfen. Russland ist politisch isoliert und wird von den Wirtschaftssanktionen des Westens hart getroffen. China stellt sich nach Jahren des Booms auf moderatere Wachstumsraten ein und muss seine Wirtschaft vom Export auf die Binnennachfrage umstellen. Außerdem leidet das Reich der Mitte unter einem unkontrollierten Immobilienboom und einer enormen Schuldenlast.

Kommentare (1)

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15.04.2015, 11:53 Uhr

Indien wird sich ewig auf dem Weg zur Weltspitze befinden, aber nie dort ankommen. Die Mentalität steht dem im Wege, obwohl es den typischen Inder nur in unseren Vorstellungen gibt. Tatsächlich ist Indien alles andere als homogen und in Teilen sogar sehr zerrissen, also mitnichten teamfähig und egoistischer strukturiert als alle Mitkonkurrenten.
In einem sehr abträglichen und negativen Punkt herrscht aber fast durchgehende Gleichheit, im Erfinden und kreieren von Problemen sind sie alle sehr gut. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber kaum eine Partnerschaft mit Indern ist davor gefeit nicht vom indischen Partner bewusst in Fallen und Schwierigkeiten geführt zu werden, um so die eigene Wichtigkeit und durch lösen der vorher trickreich erfunden Probleme zu profitieren. Das schnelle Geld wider jeglicher Partnerschaft und langjährigem gemeinsamen Erfolg wird in der Regel bevorzugt und man glaubt dabei so gut zu sein, dass der Gegenüber oder Partner das noch nicht einmal bemerkt. Geht es schief, was meistens der Fall ist, und die Partnerschaft scheitert daran, freut man sich dennoch diebisch über den schnellen und einfachen Reibach und realisiert noch nicht einmal was man an langjährigem Erfolg verspielt hat.
Weltkonzerne haben sicherlich ganz andere Mittel und Möglichkeiten, Mittelständler kann man aber nur davor warnen vor einem sehr, sehr frustrierendem Engagement und Abenteuer in Indien, denn nichts ist so wie es aussieht oder anfangs hoch und heilig versprochen wurde. Die Probleme werden sicherer kommen als ein Amen in einer Kirche.
Indien ist die größte und zermürbendste Bürokratie, dazu gehört auch die Justiz und Rechtsprechung, die ich kennen lernen durfte, fast so deprimierend und verrückt wie in einer Asterix und Obelix Geschichte, Passierschein A38 - https://www.youtube.com/watch?v=lIiUR2gV0xk .
Ohne einen versierten und einflussreichen, wenn nötig mit Bestechungsgeld, indischen Partner geht es nicht, und die wissen das sehr genau.

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