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31.05.2015

15:05 Uhr

Indien und China

Die Märkte von morgen

VonIngo Narat

Schwellenländer, vor Jahren noch ein Mega-Anlagethema, hinken den Industrieländern hinterher - aus Börsensicht. Doch mutige Investoren verdienen auch im schwierigeren Fahrwasser Geld.

Aus dem Länderpaket überzeugen nur noch die letzten beiden. Getty Images

Brasilien - Russland - Indien - China

Aus dem Länderpaket überzeugen nur noch die letzten beiden.

FrankfurtDer Lack hat Kratzer bekommen. Das ja. Doch trotz mehrerer Einbrüche gibt es hohe Anlageträge. Aktienexperten schauen nach Indien und China. Das belegt die jüngste Rangliste der besten kleinen Fondsanbieter in Deutschland von Feri Eurorating. Es führt das reinrassige Aktienhaus Comgest. Fast alle Fonds des 22 Milliarden Euro verwaltenden französischen Anbieters bekommen ein gutes Rating. „Man fühlt sich gut aufgehoben bei Häusern wie Comgest, die sich stark auf ein Anlagethema konzentrieren“, sagt Feri-Analyst André Härtel. Die Hälfte des Comgest-Kapitals entfällt auf Schwellenländerfonds wie die milliardenschweren Flaggschiffe „Magellan“ und „Growth Emerging Markets“.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Auf lange Sicht waren Investments in den aufstrebenden Ländern der Renner: Die Aktienkurse haben sich seit Ende der achtziger Jahre mehr als verzehnfacht, an den Industrieländerbörsen war nur etwas mehr als eine Vervierfachung drin. Dazwischen jedoch gab es heftige Schwankungen in beide Richtungen.

In der ersten Hälfte des neuen Jahrtausends zogen Hoffnungen auf die stark wachsenden Schwellenländer mit junger Bevölkerung Anleger an, China war das große Thema. Die Börsen dieser Länder boomten. Es war eine Neuauflage der ersten Hälfte der neunziger Jahre, als die Börsen der Schwellenländer denen der Industrieländer schon einmal enteilt waren.

Das gute Image wurde zwischendurch mehrere Male angegriffen. So ließ die Finanzkrise die Emerging Markets kollabieren. Zuletzt dämpften die abgespeckten Wachstumsperspektiven. „Die Schwellenländer sind immer noch in einer Anpassungsphase“, sagt Jan-Peter Dolff, Partner bei Comgest. Das gilt insbesondere seit dem vergangenen Jahr. Der starke Dollar und fallende Rohstoffpreise machen den teilweise rohstoffreichen Ländern zu schaffen. Ein Paradebeispiel ist Russland, Brasilien leidet außerdem unter Korruption. „Die größten Risiken sind anhaltend fallende Rohstoffpreise, schwindende Dollar-Liquidität und Mangel an Reformen in einzelnen Ländern“, bündelt Dolff die Belastungen.

Manche Analysten warnen sogar. Die Experten von Société Générale blicken beispielsweise auf die gestiegene Verschuldung. Nach ihren Angaben hat sich die Unternehmensverschuldung insbesondere in Lateinamerika in den vergangenen Jahren vervielfacht. Ein weiterhin starker Dollar könnte diese Dollar-Verbindlichkeiten zum Problem werden lassen. Darum sorgt sich auch Nick Price, Emerging-Markets-Fondsmanager bei Fidelity.

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