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22.05.2014

12:33 Uhr

Keine Trendwende

Maschinenbauer leiden unter schwachem Russlandgeschäft

In Europa verkaufen Deutschlands Maschinenbauer wieder mehr, auch das US-Geschäft läuft rund. Für eine Trendwende zum Besseren reicht das aber nicht: Die Exporte nach Russland brechen wegen der Ukraine-Krise ein.

Monteure arbeiten an Naben für Windkraftanlagen in Rostock: Der Ausblick der Branche bleibt verhalten, vor allem weil die Investoren agieren derzeit eher abwartend. dpa

Monteure arbeiten an Naben für Windkraftanlagen in Rostock: Der Ausblick der Branche bleibt verhalten, vor allem weil die Investoren agieren derzeit eher abwartend.

FrankfurtDas sehr schwache Russlandgeschäft hat die Ausfuhren der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer im Auftaktquartal 2014 leicht ins Minus gedrückt. Von Januar bis März exportierte die Schlüsselindustrie Waren im Wert von 35,7 Milliarden Euro. Das sind 0,9 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

„In einem insgesamt schwierigen Umfeld konnten die deutschen Maschinenbauer ihre Exporte annähernd auf dem Niveau des Vorjahres halten“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Dank der guten Nachfrage aus den USA und den EU-Partnerländern habe die Branche den Rückgang der Ausfuhren nach Russland um 17,2 Prozent weitgehend kompensiert. Die Exporte dorthin hätten wegen der schwachen russischen Binnenkonjunktur schon vor Beginn der Krise in der Ukraine Dynamik verloren.

Insgesamt ist das Minus aus Sicht des VDMA enttäuschend, zumal die mittelständisch geprägte Branche im Jahr 2013 mit minus 0,3 Prozent bei den Exporten stagnierte.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2012: 3,02 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2012: 3,24 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2012: 4,26 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Knorr-Bremse

Umsatz 2012: 4,3 Milliarden Euro

Das größte Unternehmen für Bremssysteme von Schienen- und Nutzfahrzeugen wurde 1905 gegründet und ist nicht an der Börse notiert. Der Hauptsitz liegt in München.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2012: 4,73 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion Group wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2012: 5,64 Milliarden Euro (Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 4 – Gea

Umsatz 2012: 5,72 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 3 – Voith

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 5,73 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2012: 15,28 Milliarden Euro

Die Linde Group sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz Geschäftsjahr 2012/13: 18,59 Milliarden Euro (Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Immerhin geht es im Geschäft mit den 28 EU-Ländern wieder bergauf. Die Lieferungen stiegen um 2,4 Prozent. Mit 42 Prozent Exportanteil ist die EU der wichtigste Absatzmarkt der Branche. In den USA setzten die Maschinenbauer ihren Wachstumskurs mit plus 6,6 Prozent fort, während die Ausfuhren in den größten außereuropäischen Auslandsmarkt China erneut um 2,5 Prozent schrumpften.

Der Ausblick der Branche bleibt verhalten, vor allem weil die Investoren wegen der Spannungen zwischen Russland und der westlichen Welt derzeit eher abwartend agierten. Der Verband hofft daher auf positive Überraschungen im Geschäft mit den EU-Partnerländern.

Mit einer Exportquote von 77 Prozent ist der Maschinenbau wie kaum eine andere Branche auf ein starkes Auslandsgeschäft angewiesen. Maschinen und Anlagen sind nach Autos Deutschlands zweitwichtigster Exportschlager.

Von

dpa

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