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22.05.2014

16:33 Uhr

Konkurrenzfähige Patente

Das neue Reich der Ideen

VonFinn Mayer-Kuckuk

Chinas Regierung fördert gezielt Innovationen in Firmen. Mit Erfolg: Inzwischen meldet das Land mehr Patente an als Deutschland – und auch die Qualität der meisten Erfindungen steigt.

Smartphones des chinesischen Herstellers Huawei: Die IT-Firmen sind inzwischen international konkurrenzfähig. Reuters

Smartphones des chinesischen Herstellers Huawei: Die IT-Firmen sind inzwischen international konkurrenzfähig.

PekingDeutschlands Unternehmen sind starke Forscher, chinesische Firmen hingegen kopieren die Ideen nur. Ein altes Klischee, das inzwischen eindrucksvoll widerlegt wurde: Im vorigen Jahr ist China gemessen an der Zahl neu angemeldeter Patente erstmals an Deutschland vorbeigezogen.

„Das Land hat sehr starke Leistungen gezeigt“, sagte Francis Gurry, Generaldirektor der World Intellectual Property Organization (Wipo), bei der Vorstellung der internationalen Patentstatistik für 2013. Die Wirtschaftsmacht kommt damit nun auf Platz drei hinter den USA und Japan.

Bemerkenswert ist die schnelle Verschiebung der Gewichte. Vor zehn Jahren haben Firmen und Institutionen aus dem Reich der Mitte nur knapp 1.800 internationale Patente angemeldet, im vergangenen Jahr waren es 21 500. Der Wert für Deutschland ist in dieser Zeit weitgehend gleich geblieben, er lag 2013 bei 17.900.

Brics - die wichtigsten Fakten

Wirtschaftsmacht

Die fünf führenden Schwellenländer, das sind Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, stehen für 21 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Die Dynamik ist enorm: Sie haben ihren Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen 15 Jahren verdreifacht.

Bevölkerung

43 Prozent der Weltbevölkerung leben in den Brics-Staaten. Allein in China und Indien leben jeweils deutlich mehr als eine Milliarde Menschen.

Währungsreserven

Zusammen kommen die Staaten auf die gigantische Summe von 4,4 Billionen Dollar. China sitzt auf den mit Abstand größten Devisenreserven der Welt.

Handel

Der Handel zwischen den Brics-Staaten erreichte 2012 einen Wert von 282 Milliarden Dollar. Bis 2015 dürfte er auf 500 Milliarden Dollar steigen, sagen Experten voraus. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag das Volumen lediglich bei 27,3 Milliarden Dollar.

Wohlstandsgefälle

Obwohl alle Brics-Staaten kräftig wachsen, sind die Unterschiede sehr groß. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im vergangenen Jahr in China 6094 Dollar, in Brasilien 12.340 Dollar, in Russland 13.765, in Indien 1592 Dollar und in Südafrika 7.636 Dollar.

Die Wipo ist eine Organisation der Vereinten Nationen. Sie zählt internationale Patentanmeldungen in 150 Ländern. Aus Sicht der Experten demonstriert China nun auch seine Stärke in der Forschung und Entwicklung. Zwar werden auch in China wie üblich viele nutzlose Patente angemeldet. Doch der Anteil wertvoller Neuerungen vor allem in der IT-Industrie steigt rasant.

Das plötzliche Vorpreschen geht auf die konsequente Innovationspolitik der Regierung in Peking zurück. Es gibt sogar ein Planziel für die jährlichen Patentanmeldungen: Bis 2015 sollen es im Inland zwei Millionen sein. Firmen, die Patente anmelden, werden gezielt gefördert. Die Universitäten versuchen derweil, optimale Bedingungen für Forscher zu schaffen, die aus den USA oder der EU zurückkehren.

Chinas Hochschulen steuern ihre Studenten zudem gezielt in betont nützliche Fächer wie Technik und Naturwissenschaften. „Es ist wie auf dem Reißbrett geplant, welche Universitäten in welchen Bereichen Schwerpunkte aufbauen“, sagt Philipp Sandner vom Lehrstuhl für Strategie und Organisation der TU München. Dazu kommt eine gezielte Industrieansiedlung um die Unis herum. „Diese Elemente greifen wie Zahnräder ineinander“, sagt Sandner.

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