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01.11.2016

10:12 Uhr

Luftfahrt

Asiens Billigflieger im Anflug auf Europa

VonJens Koenen, Urs Wälterlin

Billigflieger aus Asien expandieren weltweit mit neuen, effizienten Flugzeugen. Günstige Treibstoffpreise fördern das Geschäft zusätzlich. Doch das aggressive Wachstum der Asiaten wirft auch Probleme auf.

Airlines in Asien brauchen 216.000 neue Piloten. Reuters

Lion-Air-Maschine beim Start

Airlines in Asien brauchen 216.000 neue Piloten.

Frankfurt, JakartaRusdi Kirana will es wissen. Für den Chef der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air sind Australien und Europa die neuen Ziele. „Noch in diesem Jahr wollen wir die australische Stadt Brisbane anfliegen, nächstes Jahr dann Sydney“, sagt Kirana in einem Interview des Handelsblatts. Danach gehe es nach Europa. 2018 sollen die ersten Maschinen seiner Vollservice-Linie Batik Air in London oder Amsterdam landen.

Kirana ist mit seinen ambitiösen Plänen nicht allein. Auch Tony Fernandes, Gründer und CEO der Billigairline Air Asia Xin Kuala Lumpur, hat jüngst über Twitter und Facebook mitgeteilt, dass eine Verbindung nach London für das Jahr 2018 „definitiv auf dem Zettel“ stehe. Über Istanbul kann man zudem bereits ab Ende Oktober mit Air Asia Xvon Kuala Lumpur nach Barcelona reisen. Air Asia Xhatte London und auch Paris bereits 2011 in den Flugplan aufgenommen, die Verbindungen aber im März 2012 wegen zu hoher Kosten wieder eingestellt. Nun gebe es wegen der Treibstoffpreise und neuer, effizienter Flugzeuge eine neue Chance, so Fernandes.

So profitieren Mittelständler von der Globalisierung

Wachstumstreiber

Die Weltexporte sind weitaus stärker gestiegen als die nationalen Bruttoinlandsprodukte. Die Globalisierung war und bleibt auch in Zukunft ein Wachstumstreiber.

(Quelle: Hermann Simon, "Hidden Champions - Aufbruch nach Globalia")

Kaufkraft

Die Musik wird weiterhin in Amerika und Europa spielen. Das gilt nicht nur für die Höhe der Bruttoinlandsprodukte, sondern auch für deren absolute Zuwächse. Hinzu kommt China als dritter Pol mit dem größten Zuwachs an Kaufkraft. Viele weitere Regionen werden an Bedeutung gewinnen, aber dennoch im Jahr 2025 deutlich hinter diesen drei Polen der Weltwirtschaft zurückbleiben.

Marktposition

Deutsche Mittelständler, die im globalen Wettbewerb mithalten wollen, müssen die erste Priorität darauf legen, ihre Marktpositionen in Europa und den USA zu halten beziehungsweise in vielen Fällen die Position in den USA zu stärken.

Marktstellung

An zweiter Stelle steht der Aufbau starker Marktstellungen in China und Indien.

Perspektive

ASEAN, Osteuropa/Russland, Lateinamerika und längerfristig Afrika bieten ebenfalls attraktive Wachstumsperspektiven. Die treibende Kraft in Afrika ist dabei die Bevölkerungsexplosion. Die Nutzung all dieser Chancen beinhaltet für Mittelständler eine Herkulesaufgabe.

Rückschläge

Trotz der grundsätzlich optimistischen Einschätzung lassen sich Rückschläge in der Globalisierung - insbesondere im Zuge von Krisen - nicht ausschließen. Protektionismus, Globalisierungsgegner oder die Bevorzugung nationaler Champions können den freien Handel behindern.

Die richtige Balance

Die Welt ist zwar "flacher" als vor 20 Jahren, aber "flach" ist sie bis heute nicht. Regionale, nationale und lokale Unterschiede werden weiter bestehen. Es geht deshalb auch in Zukunft darum, die richtige Balance zwischen Standardisierung und Differenzierung zu finden. Mittelständler dürften hier im Vorteil sein, da sie im Hinblick auf die resultierenden Anpassungsnotwendigkeiten flexibler sind als Großunternehmen.

Ab dem 20. Juni kommenden Jahres will zudem Scoot, die Billigtochter von Singapore Airlines, viermal in der Woche nach Athen fliegen. Es ist die erste Europa-Strecke des Anbieters, Beobachter gehen davon aus, dass weitere folgen werden. Scoot bricht damit sogar einen Rekord. Die Direktverbindung ist mit rund 10 000 Kilometern die bislang längste Langstrecke, die eine Billig-Airline aktuell anbietet. Scoot setzt dabei auf den Dreamliner von Boeing, die 787-8 mit 329 Sitzen.

Es ist vor allem die Kombination aus niedrigeren Treibstoffpreisen und neuen Flugzeugen wie dem Dreamliner oder dem Airbus A350, die den asiatischen Luftverkehrsmarkt antreibt. Die kleineren Langstreckenflugzeuge (Widebodies) arbeiten höchst effizient. „Bis zum Auftauchen dieser neuen Generation von kleineren Widebodies galt allgemein, dass Billigflüge auf der Langstrecke ab einer Flugdauer von etwa acht bis neun Stunden unrentabel werden, weil dann der Treibstoff einen so großen Anteil an den Kosten hat, dass sich die Billiganbieter gegenüber anderen Airlines nicht mehr ausreichend differenzieren können“, begründet der Brancheninformationsdienst Capa in einer aktuellen Analyse die bisherige Zurückhaltung bei der Expansion von Asien nach Europa.

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