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09.06.2015

16:58 Uhr

Personalberater im Ausland

Unterwegs zu neuen Märkten

VonManuel Heckel

Personalberater folgen ihren Kunden ins Ausland, denn internationale Stellen sind häufig schwer zu besetzen. Die weltweite Suche ist gerade für mittelständische Vermittler aufwendig und kostspielig – aber unausweichlich.

Geschäftsleute in Dubai: Auch Mittelständler suchen mehr Führungskräfte im Ausland. ap

Geschäftsleute in Dubai: Auch Mittelständler suchen mehr Führungskräfte im Ausland.

KölnDer Direktflug dauerte nicht mehr als sechs Stunden, doch im Geiste hatte Peter Mischke seine Reise nach Saudi-Arabien schon deutlich früher begonnen. „Ich habe mich noch nie so intensiv vorbereitet wie auf meine erste Geschäftsreise dorthin in diesem Jahr“, sagt der Personalberater, „obwohl ich seit Jahren im Nahen Osten unterwegs bin und eigentlich sehr gut mit der arabischen Kultur vertraut bin.“

Ziel der Reise war es, neue Kontakte in Saudi-Arabien zu knüpfen und die Besonderheiten des Landes noch besser zu verstehen. Denn Mischke hat dort aktuell gleich mehrere Positionen für seine europäischen Kunden zu besetzen: „Wenn sie uninformiert versuchen, sich in einem neuen Markt zu etablieren, können sie sich unter Umständen einige blaue Flecken holen.“

14 Tipps für einen erfolgreichen Start

Hintergrundwissen aneignen

Vorab sollten möglichst viele Informationen über die neue Firma eingeholt werden, zum Beispiel per Internetrecherche. Wer in ein inhabergeführtes Unternehmen kommt, sollte vor seinem ersten Arbeitstag schon einmal ein Bild des Inhabers gesehen haben – sonst könnte es peinlich werden, wenn man ihn am Kaffeeautomaten nach seinem Namen fragt.

Beobachten

Unsicherheit darüber, wie man sich den anderen gegenüber verhalten soll, ist am Anfang ganz normal. Welche Umgangsformen herrschen in der neuen Firma? Welche internen Regeln gibt es? Schon im Vorstellungsgespräch und später dann vor Ort ist es hilfreich, die anderen genau zu beobachten und sich an dem Verhalten der anderen zu orientieren.

Vorstellungsrunde vorbereiten

Egal, ob der Chef Sie durch die Abteilungen führt oder Sie sich vor dem Team selbst vorstellen: Überlegen Sie sich eine kurze Einleitung, das alle wichtigen Informationen zu Ihrer Person, Ihrer bisherigen Laufbahn und Ihrem neuen Aufgabenbereich enthält. Ein Kuchen ist nie verkehrt – und vergessen Sie auf keinen Fall, auch den Chef dazu einzuladen. 

Die richtige Kleidung

Informieren Sie sich noch vor dem ersten Arbeitstag, welche Kleidung in der Branche üblich ist. Der Faktor Kleidung ist enorm wichtig, denn das richtige Outfit drückt Zugehörigkeit aus.

Zu Fehlern stehen

Natürlich sollte man den gleichen Fehler nicht dreimal hintereinander machen, doch sind Fehler gerade am Anfang alles andere als ungewöhnlich. Versuchen Sie nie, einen Fehler zu verheimlichen sondern fragen Sie stattdessen nach, wie Sie ihn beim nächsten Mal vermeiden können.

Schlüsselpersonen identifizieren

Die ersten Wochen dienen auch dazu, die Personen zu identifizieren, die für einen selbst am wichtigsten sind. Das können neben dem direkten Vorgesetzten auch andere Mitarbeiter und Kollegen sein.

Nicht sofort nach Urlaub fragen

Es gibt einige Dinge, die in den ersten Tagen tabu sind: Dazu gehört unter anderem die Frage nach dem nächsten Urlaub. Ebenso sollten Sie es vermeiden, unpünktlich zur Arbeit oder zu Terminen zu erscheinen oder sich zu früh in den Feierabend zu verabschieden.

Die Ressourcen kennen

Erkundigen Sie sich zu Beginn, auf wen Sie zugreifen können und wer wann informiert werden muss.

Den richtigen Zeitpunkt abwarten

Am Anfang ergeben sich sicherlich viele Fragen. Doch stören Sie Kollegen oder Vorgesetzte nicht während eines Telefongesprächs oder wenn er oder sie offensichtlich in Eile ist, sondern warten Sie einen passenden Moment ab.

Arbeitsstile

Tauschen Sie sich mit Kollegen über bevorzugte Arbeitsstile aus. Möchte jemand zum Beispiel lieber persönlich, per Telefon oder per E-Mail informiert werden?

Zwischenmenschliche Kontakte forcieren

Warten Sie nicht darauf, dass die Kollegen Sie zur Kaffeepause abholen, sondern gehen Sie selbst auf die anderen zu. Haben Sie eine Frage an den Chef, gehen Sie kurz vor dem Mittagessen zu ihm und anschließend gemeinsam in die Kantine.

Genau zuhören

Geben Sie sich stets Mühe, genau zuzuhören, was das Gegenüber mag. Merken Sie sich dieses Detail und greifen Sie es an gegebener Stelle wieder auf – das zeigt nicht nur, dass Sie aufmerksam zuhören, sondern drückt auch Wertschätzung aus.

Nicht über den alten Job lästern

Bei Nachfragen nach dem alten Job sollten Sie stets sachlich bleiben. Über die alten Kollegen oder den Chef herziehen, ist tabu.

Mit Kritik zurückhalten

Halten Sie sich zunächst an die Vorgaben, die man Ihnen macht, auch wenn diese Ihnen in manchen Fällen weniger sinnvoll erscheinen sollten. Wenn Sie sich eingearbeitet und das Unternehmen in Ruhe kennen gelernt haben, können Sie immer noch Verbesserungsvorschläge machen.

Mischke ist bei Weitem nicht der einzige Personalberater, der im Zuge der fortschreitenden Internationalisierung seiner Kunden neue Märkte ins Visier nimmt: Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Branchenplattform Talentory ergab, dass von 100 befragten Personalberatern 45 einen Anstieg an internationalen Suchaufträgen verzeichnen.

Fast die Hälfte der Befragten beklagt aber, dass Stellen mit internationalem Hintergrund immer schwerer zu besetzen sind. Die internationale Suche ist insbesondere für kleine und mittelständische Vermittler aufwendig und kostspielig - aber unausweichlich, wollen sie das Geschäft nicht verlieren. Branchenweit knüpfen Berater deswegen neue Netzwerke oder eröffnen eigene Auslandsbüros. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eigene Nachwuchskräfte.

„Es gilt, für Jobs mit globalen Aufgaben global zu suchen. Auch wird ein großer Teil der Dokumente heute schon in englischer Sprache verfasst“, sagt Martin Schubert, Partner im Frankfurter Büro von Eric Salmon & Partners. „Unsere Mitarbeiter müssen einen internationalen Hintergrund haben, sonst ist man nicht glaubwürdig.“

Aufgeteilt haben sich die Berater bei Eric Salmon nach Branchen, gesucht wird aber nicht mehr nur in einzelnen Ländern. Dabei hilft zum einen die eigene internationale Erfahrung, zum anderen die Unterstützung von Auslandsstandorten: In Europa ist die Personalberatung bereits gut vertreten, auch in China hat man ein Büro, über Singapur wird nachgedacht. „Es hat für uns eine hohe Bedeutung, dass wir intern einen sehr engen Austausch haben“, sagt Schubert.

Kommentare (1)

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Herr MMVM MMVM

09.06.2015, 17:58 Uhr

diese Aussagen kann ich persönlich nicht widerspiegeln. Trotz Auslandsaufenthalt, mehrsprachig, romanischer Herkunft, mit langjähriger Berufserfahrung ist das Interesse von vielen Unternehmen insbesondre Global Player nicht vorhanden. Viele Unternehmen wollen letztendlich nur 20 Jährige, keine oder geringe Berufserfahrung und billig. am besten gratis !!

Denke der Bericht spiegelt nicht immer die Realität, zumal doch die interessanten Stellen oft intern "muss" besetzt werden.
Wie immer ist die Theorie nicht mit der Realität vergleichbar !
SORRY , DESCULPA,

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