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13.04.2015

12:08 Uhr

Schwächere Wachstumsprognose

Chinas Export bricht ein

Die chinesischen Exporte sind im März um satte 15 Prozent gesunken. Auch die Nachfrage im Inland war deutlich schwächer. Die Weltbank korrigiert daher nun ihre Wachstumsprognose für das Großreich.

Die wirtschaftliche Entwicklung wird von der Führung in Peking mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, weil eine Schwäche in der Exportwirtschaft auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. ap

China

Die wirtschaftliche Entwicklung wird von der Führung in Peking mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, weil eine Schwäche in der Exportwirtschaft auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte.

Peking/BerlinChinas Exporte sind überraschend eingebrochen und nähren die Konjunktursorgen in der Volksrepublik. Die Ausfuhren fielen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15 Prozent, wie die Zollverwaltung am Montag mitteilte. Das ist das größte Minus seit rund einem Jahr. Experten hatten dagegen mit einer Zunahme um zwölf Prozent gerechnet.

Zu den enttäuschenden Daten passt, dass die Weltbank ihre Wachstumsprognose für China nun leicht senkte. Die Investoren im Reich der Mitte ließen sich davon jedoch nicht die Stimmung verderben – im Gegenteil, sie setzten auf weitere Hilfen des Staates: Die Aktienkurse stiegen auf den höchsten Stand seit sieben Jahren.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Die Anleger gehen offenbar davon aus, dass neue Konjunkturmaßnahmen oder auch eine weitere Lockerung der Geldpolitik rasch wieder für Aufwind sorgen. Vize-Ministerpräsident Wang Yang hatte jüngst bereits die Marschrichtung vorgegeben und die staatlichen Stellen ermutigt, mehr Anreize für Investitionen in die Ausfuhrwirtschaft zu setzen. Die Zentralbank hat seit November in zwei Schritten die Zinsen gesenkt und weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Konjunktur beschlossen. Volkswirte gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten weitere Schritte folgen werden.

Analysten bringen den Rückgang der Exporte auch in Verbindung mit dem gestiegenen Kurs des Yuan, der chinesische Produkte im Ausland verteuert. Volkswirt Louis Kuijs von der Royal Bank of Scotland in Hongkong hält die Exportdaten daher für ein Warnsignal für die Wettbewerbsfähigkeit Chinas: „Es ist eine schwache Zahl, die weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.“

Auch die Weltbank sieht die konjunkturellen Perspektiven der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nicht mehr so rosig wie bisher: Die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik wird nach aktualisierten Schätzungen dieses Jahr um 7,1 Prozent zulegen, im kommenden Jahr um sieben Prozent und schließlich 2017 nochmals schwächer um 6,9 Prozent. Die Zahlen für 2015 und 2016 wurden gegenüber den bisherigen Erwartungen um jeweils 0,1 Punkte zurückgenommen. Die Regierung in Peking erwartet für dieses Jahr lediglich ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt von rund sieben Prozent. 2014 waren es 7,4 Prozent. Das war die schwächste Rate seit 24 Jahren.

Die wirtschaftliche Entwicklung wird von der Führung in Peking mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, weil eine Schwäche in der Exportwirtschaft auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Die kommunistische Regierung fürchtet, dass es bei einem Anstieg der Erwerbslosigkeit zu Unruhen kommen könnte. Der Arbeitsmarkt hat sich bislang aber überraschend stabil gezeigt.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Peter Noack

13.04.2015, 09:15 Uhr

Der "Einbruch", der Chinaexporte hat nur eine einzige Ursache. Es sind die niedrigen Rohstoffpreise vor allem ÖL und Gas, aber auch Eisen und Kupfer vom Weizen ganz zu schweigen.. Trotzdem wird der Exportüberschuss dramatisch steigen. Was werden die Chinesen mit dem Dollarüberschuss im Außenhandel bloß anfangen? Keine Sorge: Die kaufen US - Staatsanleihen, bis nichts mehr übrig ist.

Herr Joly Joker

13.04.2015, 10:44 Uhr

@P.Noak: Das klingt wenig überzeugend. Warum sollten billigere Rohstoffe die China importieren muss den Export negativ beeinflussen? zusätzlich ist Russland auf chinesische Importe angewiesen, um die westlichen Sanktionen zu unterlaufen.
Es könnte also mehr exportiert werden, weil billigere Rohstoffe und zusätzliche Märkte zusätzliche Nachfrage generieren. Auch die EU Flaute steigert die Nachfrage nach billigerem Ramsch. Genau das was China anbieten kann. Und China hat mehr Optionen für seine überschüssigen Dollarmilliarden. zb: Kauf und Pachtung riesiger landwirtschaflicher Flächen für die Eigenversorgung. Kauf von Industrie in EU und auch weltweit. Kauf von Rohstoffstätten, Offshore-Immobilien....

Herr Peter Noack

13.04.2015, 11:30 Uhr

@ Joker
Ihre Argumente sind rein theoretisch. Die Wirtschaftsdaten von heute zeigen etwas ganz anderes. Wer kann erklären, warum die Daten etwas anderes anzeigen, als theoretisch passieren müsste?

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