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27.02.2016

11:41 Uhr

Taxi in Bangkok

Uber steigt auf das Motorrad

VonFrederic Spohr

Der harte Wettbewerb in Asien zwingt Uber zu Experimenten. Erstmals können Kunden in Bangkok nun Motorrad-Taxis bestellen – und sich so durch die Staus der Megacitys schlängeln. Weitere Städte sollen folgen.

Der Fahrdienst will schon bald in andere Schwellenländer expandieren. dpa

Uber-Motorrad in Bangkok

Der Fahrdienst will schon bald in andere Schwellenländer expandieren.

BangkokDas Timing hätte nicht besser sein können: Gerade als der Verkehr in Bangkok wegen einer Hochbahn-Panne komplett kollabiert, startet der Fahrdienst Uber eine Weltpremiere in Thailands Hauptstadt: Seit Mittwoch können Uber-Nutzer in Bangkok nicht nur Autos herbeiordern, sondern auch Motorrad-Taxis bestellen.

Uber sattelt zusätzlich auf das Motorrad um – vorerst zwar nur in Bangkok. Doch schon bald dürften andere Megacitys folgen. Gegenüber dem Handelsblatt kündigte das Unternehmen an, dass Bangkok nur der erste Schritt sein dürfte.

„Wir sind sehr optimistisch, was das Potenzial in anderen Schwellenländern angeht“, sagt ein Sprecher des Unternehmens. „Schon sehr bald dürfte es weitere Neuigkeiten darüber geben.“ Das Konzept habe man extra für die aufstrebenden Volkswirtschaften entwickelt.

Uber: Fahrdienst macht in China Milliarden-Verluste

Uber

Fahrdienst macht in China Milliarden-Verluste

Die starke Konkurrenz in China kostete den Fahrdienstleister Uber 2015 gut eine Milliarde Dollar. Der Konzern wirft einem Mitbewerber vor, mit Dumpingpreisen den Markt zu ruinieren – und will aggressiver expandieren.

Grund sind die enormen Verkehrsprobleme der schnell wachsenden Metropolen: In den verstopften Megacitys der Schwellenländer kommen Autos kaum noch voran, die Infrastruktur hält mit der Zuwanderung nicht Schritt. Bangkok, eine Stadt mit rund zwölf Millionen Einwohnern, hat nur drei Hochbahn-Linien und eine Metro-Linie. Dem Stop-Start-Index der Motoröl-Firma Castrol zufolge stehen Autofahrer durchschnittlich fast 40 Prozent ihrer gesamten Fahrzeit im Stau.

Die mehr als 90.000 registrierten Motorrad-Taxis sind so oft die einzige Möglichkeit, schnell ans Ziel zu gelangen. An fast jeder Straßenecke stehen die Fahrer mit den orangefarbenen Westen und warten auf ihre Kunden. Auch in anderen Städten in Südostasien, wie beispielsweise Jakarta, sind Motorrad-Taxis das Mittel der Wahl, wenn es mal schnell gehen soll.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Abstriche muss man dafür beim Komfort und der Sicherheit machen: Die Fahrer nehmen gerne Abkürzungen über Gehwege, müssen oft direkt hinter einem Bus-Auspuff halten und manchmal scheinen sie noch nicht einmal nüchtern zu sein. Uber verspricht jedoch höhere Sicherheitsstandards. So soll den Passagieren immerhin ein Helm zur Verfügung gestellt werden – bei regulären Fahrten ist das bisher die Ausnahme.

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