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09.06.2015

16:52 Uhr

Vorbehalte gegenüber Chinas Währung

Fremdeln beim Yuan

VonElisabeth Atzler

Im März 2014 hatte Frankfurt als erster Finanzplatz außerhalb Asiens den Zuschlag für eine Yuan-Clearingbank bekommen. Doch Deutsche Banken halten bisher nur wenig Einlagen in der chinesischen Währung.

Peking will den Yuan internationalisieren. Getty Images

Peking will den Yuan internationalisieren.

FrankfurtAuf große Gegenliebe ist die Bundesbank bei den deutschen Geldhäusern sicher nicht gestoßen: Sie sammelt Zahlen zu Geschäften in der chinesischen Währung Yuan ein. Für die Banken bedeutet das vor allem zusätzlichen Aufwand. Sie müssen nun noch mehr Daten liefern als ohnehin schon üblich.

Das Resultat allerdings ist ernüchternd: Ende März betrugen die Yuan-Einlagen bei deutschen Banken 11,7 Milliarden Yuan (1,7 Milliarden Euro). Die Kredite lagen bei 11,5 Milliarden Yuan. Gegenüber den beiden Vorquartalen veränderten sich die Summen kaum, sie waren teils sogar rückläufig. Dabei ist das Potenzial groß. Das deutsch-chinesische Handelsvolumen summierte sich zuletzt auf mehr als 150 Milliarden Euro – in der Regel wird heute jedoch in Dollar abgerechnet.

Die größten Herausforderungen in China

Hintergrund

Die deutsche Auslandshandelskammer in China hat im Jahr 2014 rund 400 deutsche Unternehmen befragt, welche Herausforderungen sie in China sehen. Bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich.

Platz 10

49,1 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Bürokratie eine Hürde in China sei.

Platz 9

Für 50,2 Prozent stellte die bevorzugte Behandlung lokaler Unternehmen ein Problem dar.

Platz 8

Protektionismus empfinden 54,5 Prozent der deutschen Unternehmen in China als Hindernis.

Platz 7

Ein großes Thema ist auch Korruption. 56,1 Prozent der in China tätigen deutschen Unternehmen halten dies für eine Herausforderung.

Platz 6

57,7 Prozent der Unternehmen haben das Gefühl, dass der Schutz des geistigen Eigentums in China schwierig ist.

Platz 5

Auch mit der Kommunikation gibt es Probleme. 58,7 Prozent halten das langsame Internet für eine Herausforderung im Reich der Mitte.

Platz 4

Auch steigende Rohstoff- und Energiekosten werden von 59,1 Prozent der Befragten als Herausforderung benannt.

Platz 3

Schwierig scheint für viele Unternehmen auch das Halten qualifizierter Mitarbeiter zu sein. Das gaben jedenfalls 67,2 Prozent der Unternehmen in der Umfrage an.

Platz 2

Auch das Finden qualifizierter Mitarbeiter stellt eine Herausforderung für 74,1 Prozent der Firmen dar.

Platz 1

Als größte Herausforderung benennen die deutschen Unternehmen, die in China tätig sind, allerdings die steigenden Lohnkosten. Diese sind für drei von vier Firmen (75,2 Prozent) ein Problem.

Quelle

German Chamber of Commerce in China, Daten von 2014

Die Daten zum Yuan, die die Bundesbank von 24 Kreditinstituten abgefragt hat, sind mit Spannung erwartet worden. Vor allem die Einlagen gelten zumindest als Anhaltspunkt dafür, wie stark  Banken das neue Yuan-Handelszentrum in Frankfurt nutzen. Frankfurt hatte  im März 2014 als erster Finanzplatz außerhalb Asiens den Zuschlag dafür bekommen. Den Job als Yuan-Clearingbank übernahm die Bank of China, deren Angebot im November startete. Sie hat noch keine Volumina veröffentlicht. 

Chinas Währung gewinnt zusehends an Bedeutung, ist aber nicht frei handelbar. Über die Clearingbankenes sind laut der  Ratingagentur Dagong 15 benannt – lassen sich Yuan abwickeln. Dabei ist Hongkong das erste und  wichtigste Yuan-Handelszentrum.

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