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06.02.2004

13:18 Uhr

„Was sind eigentlich kleine und mittlere Unternehmen?“

Die Kennzeichen des Mittelstands

VonWaldemar Schäfer

Unter dem Begriff „Mittelstand“ finden sich im Internet einige hunderttausend Hinweise. Allein die Suchmaschine „Google“ zeigt mehr als 300 000 Ergebnisse. Mit dem Mittelstand und Mittelstandsfragen befassen sich Verbände, Parteien, Bund, Länder und Gemeinden, Banken, Beraterfirmen, die Wissenschaft und auch die Kirchen.

DÜSSELDORF. Weitgehend Einigkeit besteht hinsichtlich der Bedeutung des Mittelstands: Er sei der „Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft“, betont die Bundesregierung. CDU und FDP sehen den Mittelstand als „das Rückgrat der deutschen Wirtschaft“. Die Europäische Kommission hält den Mittelstand in ganz Europa für „sozial und wirtschaftlich wichtig“. Mittelstand wird dabei mit den „kleinen und mittleren Unternehmen“ gleichgesetzt.

Die Definition als „mittelständische Unternehmen“ weicht beispielsweise von dem ab, was die Duden-Redaktion zum Mittelstand meint. Für sie ist er „die Gesamtheit der zur Mittelschicht Gehörenden“. Und die „Mittelschicht“ wird – soziologisch – als „mittlere Bevölkerungsschicht mit einem gewissen Status an Kultur, Bildung, ökonomischer Sicherheit“ bezeichnet.

Die Gleichsetzung des Mittelstands mit mittelständischen Unternehmen hat dazu geführt, dass sich Politik und Wissenschaft vor allem damit beschäftigen, welche Unternehmen als klein, mittel oder groß zu gelten haben. Definitionen, soweit vorhanden, sind vor allem quantitativ. Aber es gibt auch qualitative Merkmale des Mittelstands. Solche hat beispielsweise Dr. Gunter Kayser, der wissenschaftliche Geschäftsführer des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn (IfM Bonn) Ende vergangenen Jahres in einem Vortrag genannt: -Einheit von Eigentum, Risiko, Kontrolle,
-Einheit von Leitung, Entscheidung, Verantwortung,
-flache Hierarchien, Konsens zwischen Leitung und Personal,
-lokaler Bezug, Markt- und Kundennähe,
-persönliche Beziehungen zwischen Unternehmen und Umfeld.

Diese Merkmale entsprechen zum Teil dem, was im Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim über Familienunternehmen formuliert wurde:
-Die enge Kopplung einer Familie mit einem Unternehmen durch Eigner- und ggf. Führungsverantwortung, d.h. die Kapitalmehrheit und ggf. die Führungsverantwortung liegen bei einem oder mehreren Familienmitgliedern.
-Prägender Einfluss der Familien.
-Generationsübergreifender Anspruch, das Unternehmen als Familieneigentum zu erhalten und die Entwicklung des Unternehmens zu gestalten.

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