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17.10.2012

07:42 Uhr

Weconomy-Sieger Saxray

Die Kraft der Strahlen

VonLin Freitag

Materialwissenschaftler und Nanotechnologen werden sich freuen: Die Firma Saxray aus Dresden entwickelte eine neuartige Röntgenoptik, die bei der Analyse von Werkstoffen schnelle und zuverlässige Ergebnisse liefert.

Das Saxray-Gründungs-Trio: Marco Herrmann, Tilmann Leisegang und Robert Schmid (von links nach rechts). (Foto: Saxray)

Das Saxray-Gründungs-Trio: Marco Herrmann, Tilmann Leisegang und Robert Schmid (von links nach rechts). (Foto: Saxray)

DüsseldorfBisher gab es bei materialwissenschaftlichen Analysen mit Röntgenstrahlung keine Optik mit Autofokussystem. Die exakte Position der Optik im Strahl musste manuell abgestimmt werden. Das heißt per Hand und vor allem durch zahlreiche Zwischenschritte. Je nach Verfahren konnte das für den ungeübten Anwender bis zu mehreren Tagen dauern.

Doch jetzt ist alles anders. Die Adaptive Röntgenoptik (ARO) der Saxray GmbH konfektioniert die Strahlung durch extrem dünne Schichten, die in der Optik verwendet und nun mit einer neuartigen Intelligenz versehen werden. Sie lenkt sie dann optimal und kontinuierlich überwacht auf das Analysematerial. Ein elektronisches Signal zeigt an, ob die Messung erfolgen kann. Grünes Licht bedeutet ja, rotes Licht nein. Das Verfahren wird dadurch revolutioniert: Es wird bedienerfreundlicher, präziser und ermöglicht erstmals eine Angabe zur Güte der Messergebnisse.

Was beim Businessplan wichtig ist

Häufigster Fehler

Einer der häufigsten Fehler ist, dass der Gründer zu sehr von sich ausgeht und im Eifer Kunden und Geldgeber aus den Augen verliert. Daher immer wieder die Perspektive wechseln und den Businessplan aus der Sicht der Kunden bzw. Investoren machen.

Was steht drin?

Ein Businessplan sollte nicht nur formalen Ansprüchen genügen, sondern auch eine Reihe von inhaltlichen  Punkten abdecken. Dazu gehören ein ordentlich ausgefülltes Deckblatt, die Darstellung der eigenen Person, das Konzept, der Kapitalbedarfsplan, der Finanzierungsplan, eine Ertragsvorschau, der Liquiditätsplan und die Anlagen.

Die eigene Motivation

Sehr wichtig ist es, in einem Businessplan die eigene Motivation glaubwürdig zu formulieren. Ehrlichkeit siegt zwar, aber geizen Sie nicht mit Eigenlob. Machen Sie klar, dass Sie und Ihr Unternehmen eine Perspektive haben!

Das optimale Konzept

Handeln Sie die folgenden Punkte exakt durch: Geschäftsidee (Vergleich mit etablierten Unternehmen, Hintergrundinformationen beifügen), Darstellung Markt und Branche inklusive Zukunftsbetrachtung (Recherche lohnt sich!) und Vertriebs- sowie Marketingstrategie (nicht nur Werbung, sondern Image-Bildung).

Der Kapitalbedarfsplan

Ihr Konzept steht – nun geht es darum, wie viel Kapital Sie für die Umsetzung brauchen. Listen Sie alle Posten auf, die bei der Gründung Geld kosten werden. Vergessen Sie nicht, dass Sie und Ihre Familie auch von etwas leben müssen. Simone Janson bietet in ihrem Buch eine hilfreiche Übersicht.

Der Liquiditätsplan

Die Finanzierung des Unternehmens ist das eine, doch die dauerhafte Liquidität das andere. Sie müssen gewährleisten, dass Ihre Firma stets flüssig ist. Das Schreiben einer Rechnung bedeutet noch nicht, dass sie auch bezahlt wird. Für das erste Jahr sollten sie den Liquiditätsplan am besten monatlich erstellen.

Ertragsvorschau

Schließlich sollten Sie eine Übersicht darüber gewinnen, ob ihr Unternehmen dauerhaft tragbar ist. Das gefällt auch potenziellen Geldgebern. Eine Rentabilitätsvorschau, auch Ertragsvorschau genannt, ist Zentral für den Erfolg Ihrer Existenzgründung.

Nicht stur sein

Ein Businessplan hilft Ihnen als Orientierung. Aber eine Planung bedeutet nicht, ein für allemal darauf festgelegt zu sein. Es ist völlig normal, anfängliche Ideen zu verändern.

Zahlreiche Industriefelder profitieren von der Innovation, denn eine exakte Werkstoff-Analyse ist die Grundlage für jegliche Art der Modifizierung. Egal welche Eigenschaften verändert werden sollen, ob es härter oder biegsamer, glänzender oder matter sein soll – zuerst muss die Atomanordnung Auskunft über den Ist-Zustand liefern, bevor über den Soll-Zustand nachgedacht werden kann. Doch die Röntgenanalytik hat noch viele weitere Anwendungsgebiete. Zum Beispiel kann so das Alter von Gemälden bestimmt werden, denn die Zusammensetzung der Farbe gibt Auskunft über den Entstehungszeitpunkt.

Wie Sie an Geld kommen

Staatliche Förderprogramme

Seitens des Bundes, der Länder und der EU werden Existenzgründern zahlreiche Fördermöglichkeiten geboten. Dabei gehören die Kreditprogramme der KfW Mittelstandsbanken zu den wichtigsten. Dazu zählen das KfW-Startgeld, das Unternehmerkapital sowie der Unternehmerkredit.

Banken

In der Regel sind Banken der erste Ansprechpartner, wenn es um das Startkapital geht. Im Gegensatz zu staatlichen Förderprogrammen handelt es sich aber um Fremdkapital, dass Sie mit Zinsen zurückzahlen müssen. Üblicherweise müssen Sie ein Geschäftsfoto eröffnen müssen, das teurer ist. Gesetzlich ist aber nichts vorgeschrieben. Bitten Sie also Ihre Bank, ob ein gewöhnliches Girokonto reicht.

Leasing

Wenn Sie investieren wollen, aber kein Eigenkapital besitzen und kein Fremdkapital aufnehmen wollen, können sie das Investitionsgut leasen. Das geht entweder beim Hersteller des Gutes selbst oder über ein Finanzinstitut. Leasingverträge haben große Ähnlichkeit mit Mietverträgen. Ihr größter Vorteil ist, dass Sie die Summe nicht auf einmal berappen müssen. Das Risiko besteht in der Insolvenz Ihres Unternehmens, dann nämlich können Sie das Gut nicht einfach verkaufen.

Venture-Capital-Gesellschaften

Venture-Capital-Gesellschaften vergeben Kapital, ohne Sicherheiten zu verlangen. Im Gegenzug erwerben sie aber Beteiligungen an Ihrem Unternehmen und erwarten erhebliche Wertsteigerungen. Dafür vermitteln Venture-Capital-Gesellschaften aber auch wichtige Kontakte.

Private Investoren

Wer lieber auf private Investoren setzt, sollte sie in seinem nahen Umfeld suchen. Günstiger als ein Bankkredit ist das allemal, allerdings handelt es sich hierbei eher um kleinere Summen. Achtung bei Geldgebern aus der Familie: Hier schaut das Finanzamt in der Regel ganz genau hin.

Spricht der Firmengründer Tilman Leisegang über Röntgenstrahlen, ist seine Begeisterung spürbar. Auch nach Dienstschluss beschäftigt er sich noch mit dem Thema. So liest er in seiner Freizeit Biografien von Wilhelm Konrad Röntgen und interessiert sich für die Geschichte der Strahlung. Der Physiker sieht ein enormes Potenzial in dem Forschungsbereich: „Etwa 30 naturwissenschaftliche Nobelpreise seit der ersten Verleihung hatten alle direkt oder indirekt mit der Röntgenanalytik zu tun. Da ist weiterhin viel Potenzial drin“.

Leisegang promovierte an der TU Bergakademie Freiberg im Bereich der Kristallographie. Dabei analysierte er die Strukturen von Seltenerd-Verbindungen. Früh erkannte er, dass seine Forschung auch für die Industrie interessant ist. 2011 gründet er die Firma Saxray, die er zusammen mit dem Wirtschaftsingenieur Robert Schmid und dem Mechatroniker Marco Herrmann betreibt. Das Trio ergänzt sich gut: Leisegang forscht und vertritt die Firma nach außen, Schmid kümmert sich um die Finanzen, Herrmann ist für die praktische Umsetzung zuständig. Das Büro im neu gegründeten Technologiezentrum für Nanoelektronik spiegelt diese drei Bereiche wider: Neben Konferenzecken und normalen Arbeitsplätzen beherbergen die Räume auch Werkstatt und Versuchslabor.

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