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24.09.2013

11:15 Uhr

Weconomy-Sieger Vemcon

Lernst du noch oder baggerst du schon?

VonRebecca Ciesielski

Das Münchner Start-up Vemcon hat eine neue Steuertechnik für Baumaschinen entwickelt. Mit einem „Joystick“ soll baggern, lenken und stapeln einfacher werden – und sicherer. Die Vorteile der Erfindung liegen auf der Hand.

Die intuitive Bedienung eines Baggers mit einer Hand bringt ein Plus für Fahrer und Bauunternehmer. (Quelle: Vemcon)

Die intuitive Bedienung eines Baggers mit einer Hand bringt ein Plus für Fahrer und Bauunternehmer.

(Quelle: Vemcon)

DüsseldorfGräben ausheben, Lasten wegfahren oder Böschungen anlegen – bevor ein Baggerfahrer das erste Mal seine Kabinentür schließen und loslegen darf, hat er einige Zeit und einiges Geld in seine Ausbildung investiert. Fahren und Schwenken, Laden und Entladen: Ohne Vorkenntnisse dauert die Baggerschule etwa beim Ausbilder Flur-Tec bis zu 15 Tage. Kostenpunkt: über 1000 Euro für den kürzesten von der Berufsgenossenschaft für Bauwirtschaft anerkannten Lehrgang.

Jan Rotard, Bakir Kreso und Julian Profanter vom Münchner Startup Vemcon wollten das ändern. Sie haben eine Technik entwickelt, die die Arbeit auf einer Baustelle gleichzeitig beschleunigen, vereinfachen und sicherer machen soll: den „UniGrip“. Das ist ein flexibler Steuerknüppel mit kippbarem Griff, sagt Vemcon-Chef Jan Rotard.

Was beim Businessplan wichtig ist

Häufigster Fehler

Einer der häufigsten Fehler ist, dass der Gründer zu sehr von sich ausgeht und im Eifer Kunden und Geldgeber aus den Augen verliert. Daher immer wieder die Perspektive wechseln und den Businessplan aus der Sicht der Kunden bzw. Investoren machen.

Was steht drin?

Ein Businessplan sollte nicht nur formalen Ansprüchen genügen, sondern auch eine Reihe von inhaltlichen  Punkten abdecken. Dazu gehören ein ordentlich ausgefülltes Deckblatt, die Darstellung der eigenen Person, das Konzept, der Kapitalbedarfsplan, der Finanzierungsplan, eine Ertragsvorschau, der Liquiditätsplan und die Anlagen.

Die eigene Motivation

Sehr wichtig ist es, in einem Businessplan die eigene Motivation glaubwürdig zu formulieren. Ehrlichkeit siegt zwar, aber geizen Sie nicht mit Eigenlob. Machen Sie klar, dass Sie und Ihr Unternehmen eine Perspektive haben!

Das optimale Konzept

Handeln Sie die folgenden Punkte exakt durch: Geschäftsidee (Vergleich mit etablierten Unternehmen, Hintergrundinformationen beifügen), Darstellung Markt und Branche inklusive Zukunftsbetrachtung (Recherche lohnt sich!) und Vertriebs- sowie Marketingstrategie (nicht nur Werbung, sondern Image-Bildung).

Der Kapitalbedarfsplan

Ihr Konzept steht – nun geht es darum, wie viel Kapital Sie für die Umsetzung brauchen. Listen Sie alle Posten auf, die bei der Gründung Geld kosten werden. Vergessen Sie nicht, dass Sie und Ihre Familie auch von etwas leben müssen. Simone Janson bietet in ihrem Buch eine hilfreiche Übersicht.

Der Liquiditätsplan

Die Finanzierung des Unternehmens ist das eine, doch die dauerhafte Liquidität das andere. Sie müssen gewährleisten, dass Ihre Firma stets flüssig ist. Das Schreiben einer Rechnung bedeutet noch nicht, dass sie auch bezahlt wird. Für das erste Jahr sollten sie den Liquiditätsplan am besten monatlich erstellen.

Ertragsvorschau

Schließlich sollten Sie eine Übersicht darüber gewinnen, ob ihr Unternehmen dauerhaft tragbar ist. Das gefällt auch potenziellen Geldgebern. Eine Rentabilitätsvorschau, auch Ertragsvorschau genannt, ist Zentral für den Erfolg Ihrer Existenzgründung.

Nicht stur sein

Ein Businessplan hilft Ihnen als Orientierung. Aber eine Planung bedeutet nicht, ein für allemal darauf festgelegt zu sein. Es ist völlig normal, anfängliche Ideen zu verändern.

Der „UniGrip“ habe „sechs Freiheitsgrade“, erklärt der studierte Maschinenbauer und meint damit: Der Steuerknüppel kann in sechs Richtungen bewegt werden. „Vor und zurück, links, rechts, hoch und runter“. Rotard veranschaulicht das, indem er einen etwa 40 Zentimeter langen Beispielgriff in die angesprochenen Richtungen zieht, drückt und beugt. Kippt der Maschinenführer den Steuerhebel also nach vorne, nach links, nach rechts oder nach oben und unten, dann schwenkt auch das Fahrzeug samt Schaufel in die entsprechende Richtung. Legt der Fahrer seine Hand auf den Griff und macht eine Kippbewegung nach vorne, dann leert sich die Schaufel, bei der gegenläufigen Handbewegung nimmt sie Erde auf. So einfach ist das. Und weil das so einfach ist, bezeichnet Rotard die Technik als „intuitive Bedienung“. Ein System also, bei dem die Baumaschinenfahrer im Kleinen die Abläufe durchführen, die die Bagger, Gabelstapler oder Greifroboter dann nachahmen.  

Die Spieler von Computerspielen kennen das „Joystick“-Prinzip. Laut Rotard bedeutet die Hebel-Idee im Baustellenalltag deutlich einfacherer Arbeitsabläufe: „Momentan sind die Maschinen komplex und schwer zu steuern.“ Bei der gebräuchlichen Bedienungsweise müssten Pedalen, Hebel und Lenkrädermit mit hohem Konzentrationsaufwand aufeinander abgestimmt werden. Denn bei bisherigen Baggern könne  – je nach Systemart – etwa die wenig naheliegende Bewegung „linker Hebel nach rechts“ der Schaufel den Befehl erteilen, sich von ihrem Inhalt zu entledigen. Die Bewegung der Hände entspreche bislang also nicht den Maschinenbewegungen.

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